Verona - Vicenza besucht im Mai (Verona wieder im Oktober 2017 )- Verona liegt in Venetien und ist schnell mit dem Flugzeug von NRW aus erreicht. Damit begann meine fast 14tägige Reise im oberen Italien mit dem für mich besonderen Aspekt, alleine, per Bahn/Treno, von einer Stadt zur anderen zu reisen. Und es hat bestens geklappt. Das italienische Zugsystem erschien mir weit besser als jenes in Deutschland, das fängt an mit dem Kartenkauf per Automat, alles wird von Auskunft bis zum Ticketdruck in deutscher Sprache erklärt und nur einmal war der Zug um 5 Minuten verspätet. Mein erstes Hotel lag eine Station vor Vicenza, das ebenfalls zu Venetien gehört, damit hatte ich leider in einem total öden Dorf gebucht, aber mit dem Zug waren es nur 10 Minuten bis Vicenza, wohin ich am nächsten Morgen fuhr. Von dieser UNESCO-Stadt, die Altstadt trägt den Weltkulturerbe Titel, hatte ich so viel gehört, davon wollte ich mir ein Bild machen. Es war ein Samstag, herrlicher Sonnenschein, und vom Bahnhof zu fuß ist es nicht weit zum Centro, in das man auch heute noch durch ein Stadttor hineingeht. Zufällig hatte ich das Literaturfestival der Stadt an meinem Besuchsdatum ausgesucht und es strömten, wie ich empfand auch viele Einheimische zur Innenstadt, wo auf dem Marktplatz eine Bühne mit Sitzreihen aufgebaut war und herum weitere kleinere Bühnen. Noch war es zu früh für Veranstaltungen und ich begann meine Erkundungen und allgemeine Stadtbesichtigungen. Der Architekt Palladio hat mit seinen historischen Bauten das Stadtbild geprägt und man kann viele Gebäude besichtigen. Ich bin in die umgebaute Basilica Palladiana, die heute als Museum und moderne Galerie genutzt wird, die ursprüngliche Architektur und Mosaiken sind noch heute zu bewundern. Oben auf der umlaufenden Außenterrasse belohnt der Blick über die Stadt. Im Palazzo Leoni Montanari, dort in der Gallerie d'Italia, entdeckte ich eine aktuelle Ausstellung mit moderner Grafik und hatte das Glück den Künstler aus den USA dort gerade anzutreffen, zudem schenkte das Museum mir das Plakat zur Ausstellung. Durch das schöne Wetter habe ich dann später keine Zeit mehr gefunden um das sicher besondere Schmuck-und Juweliermuseum zu besuchen. Meine Wege durch die Gassen und über die Brücken des kleinen Flüßchen zeigten mir weitere Palazzi, nicht alle waren geöffnet aber zu schauen gab es überall. Nicht sofort sichtbar ist der beschriebene Reichtum von Vicenza, man muss ihn entdecken. Ich empfand auch die Fassaden teils renovierungsbedürftig und etwas duster. Dennoch der Charme Vicenzas liegt im Verborgenen und ein Tag reicht wie meistens nicht aus um alle bedeutenden Werke zu finden und zu sehen.

Nach Verona zurück waren es nur ca. 30 km, dort liegt die Stazione Ferrovia etwas am Rande und ein Taxi brachte mich zum Hotel, dies lag dann wenige Meter vor der Stadtmauer und wenige Minuten von der Arena entfernt. Auch auf diese UNESCO-Stadt, die ebenfalls den Weltkulturerbe Titel für die Altstadt trägt, war ich gespannt. Obwohl ich keine Aufführung in der Arena gebucht hatte, die Saison hatte auch noch nicht begonnen, gab es aber eine EU-Veranstaltung dort mit Musik und Vorträgen, auch dieser Termin fiel zufällig in meinen Reiseplan. Dadurch konnte ich mir in der Arena gut vorstellen wie viele Menschen bei den Opern dort hineinpassen, obwohl mir etwas mulmig zumute war, die Stimmung durch die ursprüngliche Bauweise ist düster für mich. Vor den Toren flanierten doch tatsächlich zwei Herren im Cesar-Kostüm und eine Gruppe mit zwei Teams zeigte ein historisches Wurfspiel. Viele Menschen waren um und in der Arena, auch wieder viele Einheimische hatte ich das Gefühl, es war richtig was los in Italien. Und dann wollte ich natürlich noch die Stadt Verona sehen. Und die hat mich sehr positiv überrascht. Obwohl so berühmt und beliebt erschien mir die Stadt nicht vom Tourismus überrollt, Einheimische und auch viele Jugendliche waren unterwegs, zahlreiche kleinere Tavernen zeigten viel Charme, die Fassaden strahlten heller, oft in gelb, ocker und alles war bewohnt und gut erhalten. Ich hatte mehr Laune herumzustreifen denn zu besichtigen und es blieb beim Museum des Torre dei Lamberti. Die Eintrittsmünze zum Turm habe ich noch und behalte sie als Talisman um wiederzukommen. Am späteren Nachmittag entlang der Promenade oberhalb des Flusses Etsch fand ich eine wunderbar idyllische Osteria und habe mir ein zwei Soave, der hier in der Region ja angebaut wird, gegönnt. In Italien gib es immer etwas Salziges zum Wein und damit war meine Pause dort sehr schön. Gerne wäre ich am nächsten Tag wieder hierher gekommen, aber in meinem Reiseplan wartete Alessandria in Piemonte auf meine Ankunft. Müde von meinen Fußwegen aber glücklich in Italien zu sein habe ich mich auf mein schönes modernes Hotelzimmer gefreut und weis, nach Verona werde ich wiederkommen.                                  

Dieser Wunsch erfüllte sich einige Monate später durch die Einladung zum MIRABILIA Treffen, das dieses Jahr in Verona stattfand. MIRABILIA, der Name ist alte italienische Bezeichnung für besondere und schöne Orte, ist ein italienisches Netzwerk seiner UNESCO-Welterbestätten in Zusammenarbeit mit den italienischen Handelskammern. Zum Treffen werden internationale Veranstalter eingeladen um mit den Italienischen Anbietern deren Service an den UNESCO Zielen zu besprechen. Zusätzlich wurden uns noch in Besichtigungen die verschiedenen Bauten und Anlagen präsentiert. Trotz Regentag habe ich dadurch neue Aspekte für Verona kennengelernt, insbesondere entlang der Adige die Kirchenroute und die Ruinen des Römischen Theaters. ©VC