Turin / Torino - besucht im November 2015 und Juni 2017 - Die Hauptstadt des Piemonte, besitzt mehrere UNESCO-Welterbetitel, liegt am Fuße der Alpen und am Ufer des Po. Gleich bei meinem ersten Besuch hat mir die Stadt gefallen und mein Interesse zu Entdecken geweckt. Der kleine Flughafen am Rande der Stadt wird noch nicht von vielen Airports außerhalb Italiens angeflogen, dies könnte ein Grund sein, das noch nicht sehr viele Touristen in die Stadt kommen. Für mich 'zum glück' hatte ich bei meinen beiden Besuchen stets das Gefühl, hier sind die Italiener in ihrer Stadt und es wird eine italienische Atmosphäre gewahrt, neben der Gastfreundschaft für andere Kulturen und Ethnien. Einst historisch eine reiche einflußreiche Stadt durch die Savoyer, danach durch Industralisierung mit deren Aspekten durchzogen, hat sich das Bild von Torino wieder neu gewandelt. Heute ist die Stadt zu einer stark kulturell interessierten und lebensfreudigen modernen Stadt geworden. Der Aperitvo, noch heute ab 18 h ein typisches Turiner Symbol, wurde auch hier 'erfunden'. In den Bars, Cafés und Enoteca wird die Zeit bis zum Dinner von den Turinern und seinen Besuchern als Genuss für den Gaumen, die Optik und Lebensgefühl zelebriert. Zuhause sind hier auch seit dem 17. Jh. die 'Grissini', sowie Schokolade aus historischen Quellen seit 1559. Das hier traditionell hergestellte Eis zählt zu denen höchster Qualität.

Man findet oder entdeckt in Torino noch viele kleinere Läden, auch jene mit der Herstellung von handwerklichen Produkten. Damit liegt eine Vielfältigkeit in der Stadt und es kommen so unterschiedlichste Menschen hier und dort vorbei. Durchzogen zudem von vielen Restaurants und Bars mit ihrem so ganz individuellen Speisekarten und deren zusätzlich täglich wechselnder Menüauswahl, oder auch den Cafés und Trattoria mit einer herrlicher Auswahl an Süßigkeiten, ein Tag ist zu kurz um alle Angebote auszuprobieren. Und zu meinem Bedauern hatte ich bei meinen bisherigen Besuchen nicht mehr als 1 , 1/2 Tage für die Stadterkundungen. In und im Umland von Torino sind zahlreiche Paläste, Schlösser und ehemaligen Residenzen des Königshauses der Savoyen mit heutigem UNESCO-Welterbetitel, zu erkunden. Davon wurden viele zu Museen umgebaut oder beherbergen eine Kunst- oder kulturelle Sammlung. Gesehen habe ich bisher nur eine, ca. 20 km entfernt, La Reggia di Venaria, eine der UNESCO-Welterbestätten. Eine herrliche Anlage in doppeltem Sinne, mit einer Tafelsilbersammlung, einem weitläufigem Park und insbesondere dem wunderschönen, kleinen, Durchgangssaal zu dessen Atmosphäre der Musiker Brian Eno beiträgt.
Im November 2015 hatte ich die Licht Installationen der Künstler 'Luci d'artista' bewundert und sicher nicht alle Objekte gesehen. Im Juni hatte ich Zeit für die Galleria GAM, Museum Moderner Kunst, mit einer prächtigen Ausstellung zum Thema Farbe und für das Museo der Autos 'MAUTO' , das vor wenigen Jahren modernisiert wurde. Es ist architektonisch ein großes, schlichtes aber schönes Bauwerk, in der Ausstellung wird es historisch bis zurück zum ersten Automobil aus dem Jahre 1889. Sie brauchen etwas Zeit um all die wundervollen Fahrzeuge zu bewundern. Sehen und verweilen sollte man auf jeden fall bei den Geschäften unter den Arkaden in der Via Po, die bis hinunter zum Fluss führt. In die Richtung gen Norden erfreute mich der Blick auf die Alpen, gen Süden vor dem Po erscheint die MOLE Antonelliana, das Wahrzeichen der Stadt, mit sehr langer Spitze auf einem quadratischen Mittelturm, heute wird im Bauch der Mole das Museo Nazionale del Cinema präsentiert. Die Innenstadt, teils als verzweigte Fußgängerzone, ist von einer sehr lebendigen, gelassenen Atmosphäre, durchzogen von weiteren Sehenswürdigkeiten wie z.b. dem Ägyptischen Museum, der Oper, der Akademie, insgesamt total interessant und stets überraschend. Die geschäftigen Turiner habe ich als immer sehr freundlich empfunden. Ihre gelassene Aktivität steckt an.
Bei meinem ersten Besuch 2015 hatte ich eine Nacht in einem historischen kleinen Familienhotel gebucht. Es lag im Zentrum, unter einer der Arkaden oder besser, man sagt hier Laubengängen, in einem großen alten Gebäude in dem ein alter gußeiserner halboffener Aufzug, der gerade groß genug für mich und meinen kleinen Koffer war, und mich in die 2. Etage brachte. Das alte Mobiliar, Deckenmalerei im Foyer, knarrende Treppen, und die großen Fenster mit Tür zur Straße, ließen mich wie um Jahrzehnte zurück fühlen, ich fand es herrlich dort. Bei meinem 2. Turinbesuch erfuhr ich dann das das Hotel geschlossen wurde, dies stimmte mich doch etwas traurig. Ein Angebot habe ich bisher in Torino noch nicht ausprobieren können, eine Fahrt mit der Metro, sie fährt selbständig, d.h. ohne Fahrer. Gibt es das sonst irgendwo in Europa ? die erste U-Bahn dieser Methode, sagen die Turiner. Vieles mehr habe ich gelesen aber noch nicht gesehen, Bezüge zu Designern und Firmen, Kulturveranstaltungen und die zahlreichen Varianten der Restaurante. Ich habe bisher nur hereingeschnuppert in das vielfältige Angebot der Stadt. Kaum kann ich es abwarten, wieder in Torino anzukommen.©VC