Stromboli - meine dritte Reise zum Stromboli - Mitte September 2019 war ich wieder dorthin unterwegs und wollte unbedingt die Bootstour am Abend machen. Meine Anreise machte ich diesmal von Kalabrien aus, aber wieder mit der Schnellfähre. Die Fahrt dauert auch ca. eine Stunde, genauso lange wie von den anderen Liparischen Inseln aus. Es waren nicht mehr so viele Passagiere an Bord wie im Frühjahr, das Meer war ruhig, und als der Stromboli immer näher kam, standen viele Reisende von ihrem Sitz auf, ich natürlich auch, um den dampfenden Stromboli Vulkan zu bestaunen. 'Mein Stromboli', ich war aufgeregt und freute mich total bald wieder meine Füße auf die Insel setzen zu können. In den Wochen zuvor hatte es ja heftige Vulkanausbrüche gegeben, der Aufstieg war wohl nicht mehr möglich, ich hoffte aber, der Stromboli wird für mich grossartig Feuer spucken. Das Boot legte am späten Nachmittag am kleinen Inselsteg an, ich hatte nur Handgepäck und wusste mein Apartment sollte ganz in der Nähe sein. Es waren einige Leute am schwarzen Strand, der Stromboli rauchte gerade nicht, dennoch mit Ah und Ohs konnte ich kaum meinen Blick von ihm wenden, musste dann aber vorbei an den ElektroTaxis, an der Blue Bar vorbei die genaue Adresse suchen. Ich war zu früh und es blieb Zeit für einen Drink dort. Mir war alles  vertraut, ich fühlte mich zuhause. Etwas später bezog ich mein App. mit großer Terrasse, nur leider ohne direkten Stromboli Blick. Es wurde schon dunkel und so musste ich schnell ins Dorf, Kleinigkeiten einkaufen und später zum anderen Ende des Dorfes wo ich den Vulkan im Blick, den Vollmond im Rücken, eine Pizza auf der Restaurant Terrasse bestellte. Schade schade, es bot sich kein Vulkanfeuer, auch kaum sichtbar Rauch. Ich wurde aber auch müde vom Reisen und der Weg zum App. fand eher im Stockdunkeln statt, ich hatte vergesse die Taschenlampe mitzunehmen.

Am nächsten Morgen hatte ich die Qual der Wahl, welche Bootstour - für die Abendfahrt um den Stromboli im Dunklen Feuer speiend zu sehen - sollte ich nehmen. Ich entschied mich für den ältesten Kontakt, wählte ein kleines Ausflugsboot mit kleiner Kabine und kaufte beim Käptain das Ticket, es war erstaunlich günstig, nun musste ich bis 18 h warten. Aus dem folgenden Strandspaziergang wurde dann ein ungeplantes Highlight. Vom Hauport am Anlegerstrand bis zum zweiten Strand am etwas nobleren zweiten Inselort vorbei, immer zur einen Seite das Meer zur anderen den Stromboli, gelangte ich zum begehbaren Felsenstrand unterhalb vom Vulkan. Und wie dankbar wurde ich dem älteren Herrn, der dort irgendetwas werkelte, mir dabei Infos zur Pizzeria bzw. dem Osservatorio erklärte, und mich ermunterte den Wanderweg weiter zu gehen. Aus den 15 Minuten wurde eine Stunde, aber dann hatte ich das Restaurant erreicht, vor mir donnerte, fauchte, spuckte Stromboli Steine, Asche, Wasserdampf. Wie benommen, glücklich aufgeregt, denn endlich sah ich den aktiven Stromboli, fand ich einen passenden Platz auf der Terrasse und konnte meinen Blick, meine Kamera nicht mehr vom Stromboli lösen. Irgendwann musste ich ja zurück, sonnenverbrannt, um mich für die abendliche Bootstour umzukleiden, zu stärken und das Handy aufzuladen. Es ging lustig los, das Boot wurde vom Strand mit Trecker und Stange zum Meer geschoben, wir mussten eine Leiter hoch klettern um in das Boot steigen zu können, das dann weiter ins Wasser glitt. Unser letztlich doch offenes Boot war voll besetzt, wir brausten los, blieben in Küstennähe und hatten einen Zwischenstopp mit Landgang in Ginostra, dem kleinen Ort der nur so per Boot erreichbar ist. Es war eine wunderschöne Sonnenuntergangsstunde mit Blick hinüber nach Salina und Panarea. Später dann, wieder auf dem Meer in der neuen Sicherheitszone von 400 m Abstand zum Festland bzw. Strombolivulkan, zeigte sich Stromboli dann 'endlich' mit seinen Feuer Eruptionen. Man muss es selbst erleben. Für mich unvergesslich, nun brauche ich das Erlebnis immer wieder. Ja am nächsten Tag fuhr ich nochmal, mit einem anderen Boot und aus anderer Inselrichtung.

Am nächsten Vormittag musste ich wieder abreisen, mit der letzten Fähre vor der Winterpause zurück nach Kalabrien wo ich meine Septemberreise fortsetzte (s. Calabria mit Tropea).

Wenn ich wieder auf Stromboli sein kann möchte ich eine Tour für mich alleine buchen. Bis dahin bleibt mir - fast täglich - die Stromboli (und Ätna) Vulkanausbrüche per Webcam zu beobachten.©VC