Die Provinz Rimini und Pesaro/Urbino - besucht im Februar 2018  (Urbino auch 2015) - Um dem Rheinischen Karnevalstreiben zu entgehen trieb es mich im Februar wieder nach Italien, diesmal hatte ich mir eine kleine Rundreise geplant und Flüge von Köln/Bonn bis Bologna und zurück, Hotels reserviert, nur die Reise von Ort zu Ort per Bahn und Bus hatte ich zeitlich noch nicht festgelegt. Erfahrungsgemäß alles kein Problem, in Italien, was sich auch wieder bestätigte, bis auf eine Fahrt von Rimini aus. Dorthin ging meine erste Bahnroute gleich nach der Landung, nachdem ich mich wiedermals an den wunderschönen Alpen von oben, diesmal unter Schnee, erfreuen konnte. Der Transferbus am Flughafen zum Zentrum stand schon bereit, ein Tickets dafür gab es überall, beim Tourismusschalter, am Automaten oder auch beim Fahrer. Für die Bahnfahrt Bologna Rimini, ca. 1.5 Stunden, hatte ich ja den bekannten Automaten mit Erläuterungsschritten in deutscher Sprache zur Verfügung. Aufpassen muss man nur auf die Gleisanzeigen in der Bahnhofshalle, das man nicht in die falsche Richtung abfährt, aber auch dafür stand ein helfender Mensch zur Seite. In Rimini erwischte ich gleich den passenden Bus in meine Hotelrichtung, Rimini Miramare. Leider, leider lag es sehr am Rande und auf dem Weg jede Menge geschlossener Hotels und Lokale. Aber mein Hotel hatte geöffnet, ich hatte den Blick auf die Adria und es öffnete auch am frühen Abend schon eine Osteria, ich war sehr hungrig. Die Portion war groß, der Preis am Ende sogar mir Rabatt, wofür blieb mir ein Rätsel und ich genoß noch in der Bar nebenan einen Drink. Am nächsten Morgen, ich hatte dem Internetinfo nicht geglaubt, fuhr dann tatsächlich 3 Stunden keine Bahn von Miramare aus zu meinem nächsten Ziel. Das löste sich dann durch die Busfahrt zur Stazione Central, von dort hatte ich einen Zug nach Pesaro, und in 30 Min. war ich dort. Am Ort Catolica vorbei, sah ich ab und zu die Adria aufblitzen. In Pesaro kam kurz darauf mein Bus gen Urbino, dorthin wollte ich für 3 Tage. Damit war ich inzwischen von der Region Emilia Romagna in die Marken gewechselt.

Urbino ist eine alte Stadt, deren historisches Zentrum noch von einer Stadtmauer mit heute 3 Eingangstoren umgeben ist oben auf einem Hügel gelegen. Ich staunte nicht wenig denn am Busbahnhof musste ich von O auf die 10. Etage, durch ein modernes Einkaufszentrum, um auf die Straßenebene zu kommen. Mein ausgewähltes Bed & Breakfast in einer alten Villa lag ca. 8 Min. zu fuß von dort entfernt, vor der Stadtmauer. Mein Zimmer mit den Grauen Streifen, war auch so wie im Bild abgebildet, und ich war erst einmal froh angekommen zu sein. Später erkundete ich erstmal alles bzw. versuchte die Stadt wieder zuerkennen, ich war schon vor 3 Jahren hier, in der Geburtsstadt von Raffaello, aber nur für ein paar Stunden. Ja die steilen Gassen und kleineren Straßen mit ihrem mittelalterlichen Pflaster waren mir bekannt. Ich fand diesmal den Denkmalplatz mit den Künstlerbüsten und genoss von der Burg die Aussicht auf die Stadt und schöne Hügellandschaft. Ich fand einen Supermarkt und wieder auf meinem Zimmer war plötzlich alle Energie weg und ich blieb daheim, in der Villa. Am nächsten Tag, das Besondere dieser Unterkunft, nahm ich das Frühstück in der Kneipe nebenan, bei einem sehr netten jungen Paar in ihrem Street Cafe. Urbino ist ja auch eine Universitätsstadt, wenn auch eine sehr kleine, man studiert hier Literatur und einige andere Kunstaffine Richtungen. Ich hatte den Palazzo mit seiner Gemäldesammlung auf meiner Besichtigungsliste und fand auch 'La Muta' (die Stille) wieder. Ein Gemälde von Raffaello, im typischen Renaissance Stil, später sollte ich ja noch auf den Spuren von Leonardo zu seiner Monna Lisa wandeln. Es gibt zwei besondere Oratorien mit Fresken und anderen Schätzen in Urbino, ich sah beide, und es war inzwischen später Nachmittag. Gerade war der Zeitpunkt an dem der sog. Karnevalszug von Urbino im Zentrum startete. Das hatte ich inzwischen erfahren und auch das es sich dabei eher um ein Thema für Kinder und Jugendliche handelt, und so war es auch. Am Abend hatte ich die Gelegenheit mit dem Villa Inhaber zu einer Locanda auf dem Land zu fahren. Antipasti mit schwarzem Trüffel und Landwein, einfach und kostbar zugleich. Der Sonntag bot erst mal Ruhe, dann noch eine Fahrt in ein sehr kleines Dorf, natürlich auf einem Hügel, Cafè mit Einheimischen, wieder in Urbino ein sehr kurzfristig Treffen mit einer Bekannten aus Montefeltro, und Abends in der sog. Künstlerkneipe 'Degli Artisti' ein Cena mt den Inhabern meiner Villa Liberty, wir hatten inzwischen festgestellt, das wir uns schon mal begegnet waren, in Montefeltro.

Am nächsten Tag hatte ich eine Tour zum Thema 'La Gioconda' gebucht. Mit dem Auto und Guide einer Agentur fuhren wir zur Geburtstadt der Monna Lisa (La Gioconda), nach Pennabilli. Durch die schöne Landschaft von Le Marche in Richtung des Tales Valmarecchia. Auf dem Weg kurze Stopps in einer kleinen Stadt mit einer Burg wie San Leo (gleicher Architekt) nur viel kleiner, weiter zu einer archäologischen Fundstätte, kamen wir dann in höhere Regionen wo noch Schnee am Straßenrand lag, in der Ferne auf den Bergen sahen wir Schnee während der ganzen Fahrt. Noch ein kurzer Spaziergang bei einer ehemaligen, inzwischen verlassenen Künstlerstätte, wo vor einiger Zeit noch Schmiede arbeiteten, bis wir im Ort Pennabilli der Beschilderung zur La Gioconda folgend den Aussichtsplatz fanden, der dem Bild Landschaftmotiv auf dem Monna Lisa Gemälde von Leonardo da Vinci zugeordnet wird. Hier also soll er gestanden haben mit der Staffelei, für den Motivhintergrund mit der Hügellandschaft, dem Flusstal, einer Talbrücke (die heute nicht mehr existiert) für sein später berühmtes Bild. Ich hatte mir den Platz aber 'erhabener' vorgestellt, man muss die Details genau studieren, um wirklich überzeugt zu sein, jedoch mein Wunsch den Herkunftsort der Monna Lisa zu erleben, hatte sich erfüllt. Wir waren gerade auf dem Weg zum Auto als der Regen einsetzte, welch ein Glück, erst jetzt. Die Fahrt zurück nach Pesaro, diesmal über die Autobahn, war lang mit Dauerregen. Mit meinem Hotel in Pesaro, hatte ich mir ein Künstlerhotel ausgesucht, jedes Zimmer von einem Künstler individuell gestaltet, sonst auch überall Kunst im Hotel, und Aussicht auf das Meer, das heute durch das Wetter auch sehr wild war. Später lief ich auch hier an geschlossenen Hotels vorbei zur Altstadt und fand immerhin das Geburtshaus von Rossini, landete dann in einer Pizzeria und dann in meinem Hotelzimmer mit Meeresrauschen, und ich rätselte, wieso das Hotel wußte das ich mich in der Zimmergestaltung aus schwarzen Koffern wie zuhause empfand.

Am nächsten Tag, immerhin mit Sonne und kein Regen, brachte mich der Zug über Rimini nach Ravenna. Dort wollte ich unbedingt noch einmal das Blaue Mosaikdach im Mausoleo di Galla Placidia bewundern, ich hatte glück und war einige Minuten alleine. Auch in der Basilica di S. Vitale mit ihren unglaublichen byzanthinischen Mosaiken im Chor, an allen Wänden und Steinmosaiken auf dem Boden, ist das Staunen wieder endlos. Danach konnte ich wegen Renovierungsarbeiten zu meinem Bedauern nicht den Domus dei Tappeti di Pietra, die Kirche mit den unterirdischen Mosaiken besuchen, beim nächsten mal wieder... Weiter führte mich meine Route zu einem Vorort von Ravenna, wo mich das Relais Villa Roncuzzi erwartete. Unser Kontakt war bisher nur über Messen und Internet gewesen und ich wollte doch unbedingt das schöne Gelbe Zimmer sehen und erleben. Abseits gelegen, selbst ein Taxi dorthin ist nicht ohne Probleme, drumherum wirklich nur die Gegend, aber in der Villa war es sehr erholsam und es gab viel zu sehen, an Kunst, Mosaiken, die unterschiedlichen Zimmer (20), der schöne Frühstückswintergarten und abends ein exzellentes Menü mit Pasta, natürlich, und Salat und dem heimischen Rotwein Sangiovese. Am nächsten Morgen wurde ich zum Bahnhof gefahren, erwischte gerade noch mit Fahtkarte den Zug nach Bologna, wo ich in Zentrumsnähe mein modernes, junges, Stadthotel erreichte. Obwohl Bologna gar nicht groß ist, sagen die Einheimischen, habe ich doch zu fuß müde Beine bekommen und war froh zum Abendessen um die Ecke vom Hotel eine nette italienische Trattoria zu haben, mit einer Pastavariante aus Bari. Dorthin wäre ich gefahren, hätte ich mich nicht für Bologna usw. entschieden. Ja irgendwie hängt doch alles zusammen, auch zufällig, oh Bella Italia. ©VC