Provinz Montefeltro in Den Marken - besucht im Mai 2015 (und wieder im Februar 2018) - Mit dieser Reise, die auf Einladung der Province und Turismo Montefeltro ermöglicht wurde, bereiste ich eine neue, nördlichere Gegend in Le Marche. Eine schöne, bisher noch weniger bekannte italienische Region, der meine persönliche Zuneigung gilt. Ich mag es ja sehr in noch nicht vom Tourismus beherrschte Regionen zu reisen. Die nächsten Tage konnte ich viele Ziele erkunden die mir bis dato unbekannt waren bis hin nach Urbino, das auch den UNESCO-Welterbetitel trägt. Über den Flughafen Bologna führte uns, eine kleine Gruppe europäischer Reiseveranstalter, eine ca. 2 stündige Busfahrt, mit dem Apennin hinter uns gelegen an unser erstes Ziel nach San Leo. Das Forlezza San Leo ragt auf einem Felsen hoch hinaus und bescherte uns gleich viele Highlights. Vom Vorhof der geschichtsträchtigen Burg aus, hier (be)herrschte im 11. Jahrhundert Frederico da Montefeltro, zu erkennen an seiner Roten Robe und einprägsamem Gesicht, mit seiner Dynastie die Region bis Urbino, sieht man auf eine Landschaft die heute unter dem neuen Begriff 'Balcony of Renaissance View' präsentiert wird. Ein Renaissance View zeigt hier das Portrait der Ehefrau, Battista Sforza, von Frederico, in einem berühmten Werk von Pierro della Francesca. Seine und auch andere von Leonardo da Vinci wurden von der italienischen Associazione Montefeltro Vedute Rinascimentali hier wiederentdeckt, erkundet und wissenschaftlich aufgearbeitet. Auch dem weltberühmten Bildnis der Mona Lisa von Leonardo da Vinci, wird der Bildhintergrund in Montefeltro zugeordnet. Inzwischen sind viele dieser bemerkenswerten Landschaftswerke der Renaissance in ihrer realen Landschaft zu erfahren, indem mit einem Kulturguide die Positionen zufuss aufgesucht werden. Inzwischen auch in der Emilia-Romagna und Toskana. Für Kunstgeschichtlich Interessierte ein sehr besonderes Erlebnis. 

Der kleine Ort San Leo, mit seinen steinernen Bauten und Gassen ist schnell erkundet, hinzu kommt ein feines Museum mit Werken und Funden der Region und 2 Kirchen. Hier findet auch ein mehrmonatiges Konzertfestival statt. In dieser Region mit der wundervollen sanften Landschaft aus weiten Tälern und Hügeln, durchzogen von mehreren Flüssen und ihren Talern haben wir mehrere kleiner Orte besucht. In Sassocorvaro mit einem weiteren Fortalezza des gleichen Baumeisters wie San Leo befindet sich erstaunlicherweise ein kleines Theater und viele Fresken aus dem 16.-18. Jh. Ein anderes Städtchen, San Angelo de Vado, besitzt eine Kirche mit beeindruckender Deckenmalerei und in der Nähe eine Ausgrabungsstätte mit wunderbar erhaltenen Bodenmosaiken. Mittags waren wir bei einer Familie (ursprünglich aus Sardinien) mit Agriturismus, hauptsächlich für Olivenöl und Schafskäse, zum Lunch auf der Wiese eingeladen. Es war eine köstliche Mittagszeit, einfach aber sehr authentisch ! Für mich und auch andere Kenner zeigt diese Region Ähnlichkeiten mit der Toskana, ist aber noch unberührter und authentisch geblieben. Häuser in den Tönen Gelb und Ocker verstärken den Liebreiz dieser Gegend.
In Urbania, nicht zu verwechseln mit Urbino, ist ein künstlerisches und handwerkliches Zentrum entstanden. Im Palazzo der Stadt ist die wunderbare Aussicht auf den Fluss und eine Keramiksammlung überzeugend. Am Ortsrand steht ein weiterer Palazzo, der heute privat genutzt wird. Nebenan lag unser schönes Country House Hotel so das wir den Blick darauf werfen konnten. In Piobbico erscheint vor uns der Monte Nerone, deren andere Seite im Süden mir schon bekannt ist. Im Palazzo Branca Leoni aus dem 18. Jh. erstaunt ein leerer großer Raum mit goldverziertem Stuck und Fresken, weitere kleine Räume sind voller Wandmalereien. In Acqualanga, einem kleinem Städtchen mit Trüffeltradition findet das Trüffelfest Ende Oktober bis Mitte November statt, wir konnten leckere Produkte in dem kleinen Trüffelladen im Zentrum probieren (und kaufen). In Cagli, einer Stadt mit zeitgenössischen Objekten und Skulpturen haben wir in einem alten Wasserturm seine kleine Sammlung gesehen. In der Kirche Santa Domenico befindet sich ein Fresko von Raffael's Vater, Giovanni Santi. Er starb kurz vor der Vollendung dieses Meisterwerkes (~1482), in dem er als St. Angelo sein Selbstpotrait mit seinem Sohn zeigt. Das Theater mit 3 Emporen, rund gebaut, ist unglaublich reichhaltig mit Malerei ausgestaltet. Wußten Sie das Die Marken, die italienische Region der zahlreichsten Theater- und Opernhäuser ist ?
Unsere letzte Stadt auf dieser Reise galt Urbino, die gesamte Historische Altstadt trägt ja den UNESCO-Welterbetitel. Wir starteten oben auf seiner Burg, in der archäologische Ausgrabungen zu sehen sind, einen etwas steilen Fußweg hinab zur Stadt. Hier waren viele Besucher unterwegs, vorbei am Geburtshaus von Raffael haben wir dann den Palazzo des Frederico de Montefeltro besichtigt. Zu seiner Zeit auch ein Palast in dem er die Renaissance Künstler zusammenbrachte und heute sahen wir mit einer aktuellen Ausstellung eine Giaconda, Portrait einer Frau die sehr viele Ähnlichkeiten mit der Mona Lisa hatte. Abends führte unsere Route zu einem abseits und idyllisch gelegenen Landhaus, mit einer sehr feinen Gastronomie, alles sehr familiär und stilvoll. Zur Übernachtung ging es weiter zu einem anderen größeren Landhaus, das urig eingerichtet für sportliche Gäste bereit ist. Ja die Region Montefeltro hat eine atemberaubend schöne Landschaft und sehr herzliche Bewohner und Schätze die man persönlich erkunden und entdecken sollte.©VC