Matera - besucht im Mai 2019 - zuvor November 2013 (und 1984) - im Jahr der EU-Kulturhauptstadt, war enttäuschend,    da es viel zu voll war, in der kleinen, besonderen, schönen alten Stadt Matera-Sassi. Zumindest *tagsüber, gegen Abend waren die Gruppen nicht mehr zu sehen, aber die* Tageszeit wollte ich ja nicht auf dem Hotelzimmer verbringen. An einem der 3 Tage tat ich das dann doch, da es heftiger regnete und es auch auf den nassen, glatten Steinen der schönen Gassen schwierig war zu laufen. Der nächste Tag brachte dafür Sonne und Wärme und versöhnte mich mit der Stimmung in der Stadt. Auch die Entscheidung die Gassen am Rande und die weitläufige, breitere Straße der Aussenumrundung von Sassi zu erkunden war richtig und entspannender. Vom speziellen Kulturhauptstadtangebot habe und konnte ich kaum etwas nutzen, in der Woche gab es kein Extrakulturangebot und die Milititäraspekte interessierten mich nicht. Dafür habe ich beim geplanten Hotelwechsel zu einem B&B eine gute Entscheidung zuvor getroffen. Ich hatte wieder Ausblick auf Sassi, diesmal von der anderen Seite her, zudem wieder eine Terrasse, und ein sehr schön neu restauriertes Design Bed&Breakfast kennen gelernt. Dies war ein Kontakt aus einer Reisemesse in Italien. Diese Italienreise führte mich weiter, per Zug ans Meer in Apulien. Mein Fazit, Matera nur noch zu einer normalen Reisezeit, also keiner Hauptsaison.©VC

Aus 2013> Ein faszinierender Ort, auf einem sanften Berghügel in Höhlen erbaut. Sassi, der historische Teil, trägt den UNESCO-Weltkulturerbe Titel, in 2019 wírd Matera Europäische Kulturhauptstadt sein. Eingeladen zu MIRABILIA, ein Treffen der italienisch europäischen Veranstalter und der UNESCO, kam ich wieder in diese Stadt, die mir seit ca. 30 Jahren nicht aus dem Sinn gegangen war. Wie wunderbar das Matera restauriert wird und damit erhalten bleibt, kombiniert mit modernisierten Aspekten aber dem Erhalt seiner einmalig besonderen Höhlenstruktur. In Sassi sind schon einige Hotels entstanden, teils dadurch das mehrere Höhlen zu Zimmerarrangements einem Hotel zugeordnet wurden, und man gelangt über die Gassenwege und Treppen hin. Einige Paläste, davon auch solche im angrenzenden Höhlenbereich, mit neuer und alter Architektur wurden für Gäste gestaltet. Meine Vorliebe gilt den ursprünglichen Räumen, deren Raumklima überraschend angenehm ist. Wände in beige cremiger Farbigkeit, warm, heimelig, archaisch auf mich wirkend. Man muss das Wohnen in Höhlen, die sichtbaren Bearbeitungsspuren mögen, und ich mochte es total. Schon vor Jahrzehnten bei meinem ersten Besuch, damals ein Ausflug mit einem italienischen Freund und während eines Sprachkurses in Apulien, wollte er uns einen speziellen Teil seiner Heimat zeigen. Zu jener Zeit waren die Häuser, Höhlen, Straßen verfallen, keine Bewohner, kaum waren Besucher wahrzunehmen, aber die Faszination hatte mich schon getroffen. 

In Sassi und Umgebung befinden sich in karger Landschaft Höhlen, Grotten mit religiösen Bezügen und Fresken, u.a. die Cripta del Peccato Originale, die Capella Sistina, die Felsenkirche Santa Lucia alle Malve, deren Aura beim Besuch unweigerlich weiterwirkt. Diese Felsenkirchen tragen ebenfalls als Gesamtheit den den UNESCO-Welterbetitel. Über Besuchszeiten und Möglichkeiten muss man sich informieren, manche sind nur mit Führung zugänglich, dies auch zum Schutz der einzigartigen Orte. Sassi liegt auf und bzw. in einem sanften zerklüfteten Berghügel, früher auch das Zuhause für die Schafhirten. Ein Kalk- und Kreidefelsen der hier die Gegend durchzieht und wenig fruchtbar war und ist. Entsprechend karg wurde hier gelebt und heute ermöglicht der neu entstehende Reisesektor eine Zukunft für Bewohner. Ich denke und wünsche, hoffe, das es hier sanfter Tourismus bleibt, dies wird von vielen Menschen geteilt. Heute besitzt Matera zudem schon ein modernes Skulpturenmuseum, das MUSMA, natürlich ebenfalls in ein Höhlensystem integriert, genauso wie ein sehr moderner Konferenzsaal, das CasaCava, der sich in mehrere Raumsegmente aufteilt. Im Zentrum zwischen Sassi und Neustadt befinden sich archäologische Ausgrabungen mit Wasserzisternen. Im Umland liegen viele Castelli, Zeugnisse der Historie seit dem 7. Jahrhundert. Die nahen Küsten, gen Westen Costa Jonica und gen Osten in Apulien die Adria, ergänzen diese andersartige, 'stillere' italienische Region mit kaum oder wenig besuchten Stränden. Auch hier unter Italiens südlicher warmer Sonne und blauem Himmel werden Oliven angebaut, Olivenhaine die eine mir stets so vertraute Stimmung erzeugen. Und die Tomaten reifen auch hier und sind unumgängliche für Pasta. Weitere Produkte, wie diverse Würste, Käse und andere aus der Viehhaltung, ergänzen die einfachen, aber köstlichen Speisen der Basilikata.

Matera, mit seiner neueren Neustadt die an Sassi angrenzt und Paläste mittelalterlicher Baustrukturen und neue Gebäuden seit den 1960er Jahren, wurde wiederbelebt und bildet eine einmalige besondere kleinere Stadt. In Sassi, wo kaum Autos fahren (können) und man sich zufuss fortbewegt über Gassen, Treppen, diese wie die Mauerwerke aus grau-beigem Fels gehauen, empfinde ich eine archaische Lebensweise widergespiegelt. Diese, mit heutiger Technik bewohnbar und erlebbar gemacht, wird eine Historie erhalten deren Mystik kombiniert mit Archaik so einzigartig wunderbar ist. ©VC