Südliche Provinzen der Marken/Marche - besucht im November 2019 (zuvor in 2012 Provinz Ancona) - mit der Fam-Trip Einladung der Camera di commercio delle Marche konnte ich mit einer kleinen Gruppe Europäischer Reiseanbieter Gebiete der südlichen Marken besuchen. Ich persönlich liebe diese Landschaft, mit sanften Hügelketten, Dörfer auf der Kuppe und feine Städtchen der einzelnen Provinzen. Unsere Ankunft am kleinen, schönen Flughafen von Ancona, der z.Zt. kunstvoll gestaltet ist für das Raffael-Jahr 2020, war sehr spät abends, so das wir auf der Fahrt per Van-Transfer zum Hotel nur einige Lichter an der Küste sehen konnten. Am nächsten Morgen lernten wir unsere gesamte kleine Gruppe kennen, 8 Teilnehmer und viele junge Leute unserer begleitenden DMC mit einem Kameramann und einer Dolmetscherin. Per Minibus ging es zum ersten Zielort, Loreto, ein sehr kleiner Ort mit einer besonderen Kathedrale, die in ihrem Innern das Heilige Haus aus Nazareth bewahrt. Bei meinem allerersten Marche Besuch war ich hier schon einmal, ich habe alles wiedererkannt, nur diesmal waren Baustellen durch das Erdbeben in 2016. Insgesamt fühlt man hier: ein sehr spiritueller Ort.

Als nächstes besuchten wir einen der ältesten Weinproduzenten in den Marken, Garofoli, die Familientradition fortführend wird hier noch immer Verdiccio hergestellt. Mit einer Weinprobe durften wir kosten. In der Nähe lag unserer Restaurant für das Mittagessen, es erwartete uns ein langer Tisch.  Das Essen mit home made Pasta, von der Familie serviert, schmeckte köstlich, viele konnten einem Nachschlag nicht widerstehen. Am frühen Nachmittag ging es weiter gen Frasassi, zu den erst 1971 entdeckten Tropfsteinhöhlen. Auf dem Weg lag noch ein Tempel, unter einem Kalkfelsen platziert, der Aufstieg war anstrengend aber lohnend. Die Höhlen sollen etwas ganz Besonderes sein, ja die Fotos sind beeindruckend, nur leider aus persönlichen Gründen für mich nicht machbar. Abends folgte noch ein spezielles Abendessen in Numana, in einem kleineren Fischlokal, es gab Antipasti und kleinere Portionen mit Gemüse und Fisch in super kreativer Variante, wir hatten auch eine super Stimmung dort.

Am nächsten Morgen nutzte ich noch schnell 10 Minuten um den kleinen Strand am Hotel zu sehen, garantiert relaxend beim Aufenthalt. Unser erstes Ziel am 3. Tag war Monte Rinaldo. Hinter einigen Bäumen und einem Hügel versteckt wurde hier 1957 eine Tempelanlage entdeckt, davor die Aussicht auf die Marche typische Hügellandschaft mit kleinen Dörfern, zudem eine kleine Präsentation der Ausgrabungsgeschichte. Ganz nah war unsere nächste Etappe, ein Trüffelsucher mit seinem Wiesenwald Gelände an einem wunderschön restaurierten Gehöft. Mit seinen kleinen, quirligen Suchhunden fanden wir schwarzen Trüffel, bestimmt so ca. 10-12 Stück, die wurden dann für unsere wieder home made Pasta zu einem kulinarisch köstlichen Mittagessen verarbeitet. Zuvor zeigte uns seine Frau die Pastaherstellung für Tagliatelle, gewusst wie braucht man Kraft und die richtigen Zutaten . Wir mussten weiter gen Ascoli Piceno, die Busfahrt dauerte etwa 1 Stunde+. Mit einer kleinen Stadtführung lernten wir, nur hier wurden die Häuser mit dem weißen Travertingestein gebaut. Die Piazza von oben betrachtet aus dem historischen Café Anisetta Meletti, hätte sich bei Regen in einem besonderen Muster gezeigt. Meletti kredenzte uns im Separee-Raum Café mit dem Anis Meletti Likör und feinen Dolci. Und noch ein Ort wartete auf uns, Offida. Klein, sehr fein, und seine Besonderheit ist an Karneval ein Spektakel auf der Piazza und das Merletto a Tombolo Kunsthandwerk, geklöppelte Spitze auf einem ovalen festen Kissen. Im Museum können die gesammelten Schätze bewundert werden, inzwischen wird auch exquisite Mode dazu produziert, per Auftrag. Und zwei ältere Damen aus dem Ort erstellen mit der Handwerkstechnik sogar Schmuck aus Metallfäden. Anschließend folgte noch unser Gourmetabendessen, local und sehr fein vom Gourmetkoch für uns gezaubert. Auch hier wieder mit den Weinen aus Marche, die so vielfältig und so qualitätsvoll sind.

Unser letzter Tag begann in Fermo, vom traditionellen Hotel im Zentrum aus, über die weihnachtliche Piazza zum Rathaus mit einer historischen Bibliothek aus ca. 16tsd Büchern, einem großen Gemälde von Rubens, und sichtbaren Spuren des 2016er Erdbebens, alles wird restauriert, gestützt. Dann kam noch ein offizieller Vertreter der Stadt plus das regionale Fernsehen, inzwischen gibt es das Video davon bei Youtube. Mitanwesend waren zudem, wie schon an den Tagen zuvor, zwei Damen der Camera di  commercio Fermo, auch mit unsere Gastgeber. Dann wurden die Cisternen besichtigt, diese auch erst vor einigen Jahrzehnten wieder entdeckt und nun als riesiges Gewölbe zugänglich. Das nächste Highlight wartete, unser Besuch im Teatro Dell'Aquila, eines der wunderschönen großen Theater-Opernhäuser in den Marken. Diese mit 5 Rängen einzelner kunstvoll verzierter Logen, im Halbkreis zur Bühne, die Kuppel mit einem Fresko voll ausgemalt. Unbedingt muss ich einmal Zeit für eine Aufführung finden. Ein Stück weiter wartete unser Minibus für die Fahrt nach Torre di Palme, einem sehr kleinem Ort. Dort überraschte uns eine Mittelalterliche Gauklertruppe mit einer Musik-, Tanz-, Kampf-Performance, ja so war das Leben hier früher wohl. Im nahen Restaurantgewölbe gab es für uns ein passendes Mittagessen, das lange dauerte. Draußen war etwas Wind aufgekommen, der an der Adriaküste, wohin wir den Blick dahin schweifen lassen konnten, Wellen aufschäumte den die Windsurfer nutzten. In der Dämmerung fuhren wir weiter gen Petritoli, dem Hochzeitsdorf. Ja hierhin kommt man für eine Hochzeitsfeier auch aus dem Ausland, und das ganze Dorf ist darauf spezialisiert. Auch hier zeigte man uns das Theaterhaus, klein, sehr persönlich, und wir bekamen eine Tanzperformance mit Marche Tradition präsentiert. Am Abend zurück in Fermo galt es Abschied zu nehmen, natürlich bei einem Abendessen, an der Piazza, ein Restaurant auch für Einheimische mit einfacher raffinierter Küche und etwas Kneipenatmosphäre.

Nach diesen gemeinsamen 4 Tagen, mit unserer kleinen Veranstaltern Gruppe aus Deutschland/Holland/Italien, dem Inhaber und seinem Team der Marche Agentur Tu.ris die unser klasse Programm erstellt hat und den Vertreterinnen der Handelskammer Marke, fühlten wir uns sehr gut und miteinander vertraut. Für mich eine erneute Bestätigung, die Marken /(Le) Marche zählt zu meinen 3 Top Zielen Italiens, denen ich mehr interessierte Besucher wünsche und meine besten Referenzen gebe.©VC