LISSABON - Lisboa, besucht im September 2015 und April 2017 - Zu meinem besonderen persönlichem Datum in 2017 zog es mich gen Süden, zur Sonne mit warmen Temperaturen, zum Wasser und Meer, und in eine große Stadt für Entdeckungen. So wurde Lisboa zum 2. Mal mein Ziel. Diesmal waren wir zu zweit unterwegs, eine private und bisher untypische Reise für mich. Bei Ankunft am Flughafen Lissabon herrschte schon großer Betrieb, die Taxi-Einsteigreihenfolge wurde von einem Portugiesen geregelt, ansonsten hätte garantiert Chaos geherrscht. Unsere Fahrt zum Hotel war dann ganz normal, ebenso der Preis, später lernten wir das mit dem Taxi fahren in Lisboa (noch) sehr günstig ist. Das Hotel lag an einem schönen neugestalteten Platz, es wirkte und war auch sehr modern, und wir bekamen ein Zimmer in oberer Etage mit Blick auf den Platz, zudem wie gewünscht mit viel orange im Ambiente. Gleich nachdem wir uns Kofferinhaltmäßig organisiert hatten klärte ein Telefonat, das wir uns nachher mit Silvia treffen werden, die ích in meiner vorherigen Tour dort kennengelernt hatte. Mit ihr konnten wir in deutsch sprechen und sie zeigte uns Lokale der Einheimischen und erklärte uns Wissenswertes in der Hotelumgebung. Wir aßen von Olivenöl schwarz gefärbtes Brot mit Fisch, versuchten erste portugiesische Vokabeln und kamen doch besser mit Französisch und Englisch zurecht. Es war ein schöner Auftaktabend.

Am nächsten Morgen zum Frühstück probierten wir gleich den Kaffee mit einem Nata in der Portugiesischen Bar um die Ecke. Zurück im Hotel gab es eine Überraschung für mich, im Aufzug stand mein Vater und wir waren dann für drei Tage also zu Dritt in Lisboa unterwegs. Es drängte uns dann die Reiselust endlich in die Stadt und zum Tejo, um erstmal ein paar Highlights zu sehen, zu erkunden, abzulaufen bzw. mit einem Taxi und später noch mit einem TukTuk zu erreichen. Die Stadt war voll, mit Portugiesen die ihre Familien zum Páscoa Fest besuchten, zudem die sehr zahlreichen Touristen, diese glücklicherweise nur in kleinen Gruppen. Und wir waren ja schließlich auch darunter. Nur hatten wir doch nie die Muße in langen Schlangen für Eintritttickets zu warten und haben somit von außen besichtigt. Die eine und andere Kirche konnten wir frei betreten und die öffentlichen Plätze mit Aussicht. Meine Leidenschaft in Lisboa gilt ja den Azulejo, den gemusterten Kacheln mit denen die alten Gebäude von außen und innen verkleidet sind. Während der gesamten Woche hoffte ich jedes Motiv einmal fotografieren zu können, aber ich glaube, ich muss noch einmal hin, garantiert habe ich einige noch nicht gefunden bzw. gesehen. Hin und wieder mussten wir ja etwas essen und wir hatten Glück immer ein Restaurant gefunden zu haben wo es leckere Fischspeisen gab. Der nächste Tag, nach der ersten Feierei, war ein Feiertag mit super schönem warmen Wetter, blauem Himmel und ein Spaziergang auf der Avenida d'Libertad unter den grünen Bäumen und auf den so wunderbar mit den kleinen quaderförmigen, schwarzen und cremigen Steinen gestalteten Promenadenwegen, tat gut zur Entspannung. Nochmals mit einem TukTuk, diesmal eines in Orange, und einem tollen Guidefahrer haben wir noch weitere schöne Plätze, Kirchen und Straßen erkundet. Abends gab es ein gediegenes Dinner in einem der ältesten traditionellen Lokale in Downtown Lisboa, welches ich noch vom ersten Besuch in bester Erinnerung hatte. Der nächste Tag startete wieder mit super sonnig blauem Wetter, gerade schön passend für einen Spaziergang am Tejo und die dortigen Sehenswürdigkeiten. Nachmittags mussten wir dann kurz zum Flughafen und danach gingen meine Lisboatage wieder zu Zweit weiter.
In Lissabon gibt es immer und überall etwas zu sehen, zu entdecken, zu bestaunen und mit Freude nochmals zu sehen. Die vielen Lokale, Cafès, Bars, Restaurants, die Vielfalt der Inneneinrichtungen, innen und außen Tische, Menüauswahlen, Plätze auf denen ebenfalls Tische und Stühle einladen und von den kleinen runden Kioskähnlichen Bars bedient werden, Musik vom DJ oder auch Liveprogramme mit Fadogesang, das holpern und rattern der TukTuks und Taxis, es ist ein buntes flirrendes Treiben in Lisboa´s Straßen und Gassen. 

Am Sonntag wollten wir ans Meer, an den Strand. Nach einem Frühstück draußen in der Sonne, nahe unserem Hotel beim angesagten traditionellen Bar-Café-Restaurant Versailles, das von innen wunderbar schön historisch eingerichtet ist und eine sehr große Auswahl an süßen Produkten bietet, fuhren wir per Metro zum Tejo an die Fährstation Fluvial. Bis zur nächsten Fahrt hatten wir noch eine knappe Stunde Zeit und die war genau richtig um zum neuesten Museumsbau, dem maat, am Tejo entlang zu spazieren. Die imposante sogenannte 'Welle' ist architektonisch sehr schön und gelungen. Noch eine kurze Pause mit gesundem Imbiss an einer der davor platzierten Foodtrucks mit Tischen, und schon sahen wir die Fähre nahen. Mit unserem aufgeladenen Metroticket ging es durch die Sperre und diese Fähre war erstaunlich, orange rostig mit vielen Ebenen zum sitzen und stehen startete sie bald wieder mit vielen Passagieren. Der Wind blies uns um die Ohren und Lissabon wurde kleiner bei unserer Fahrt auf die gegenüberliegende Landseite. Hier wurde die Welt ganz anders als in der Stadt, Kleinfabriken, verfallene Häuser und Ecken und an unserer 3. Haltestation tauchte die kleine Uferpromenade mit den Fischlokalen die Mittagszeit in leckeren Fisch- und Knoblauchduft. Wir konnten nicht widerstehen, die Sonne und Mittagshitze nahm uns die Entscheidung und so saßen auch wir bald an einem der gedeckten Tische, draußen mit Blick auf den Tejo und die Kulisse von Lisboa in weiter Entfernung. Unsere Fischauswahl mit dem frischen Bacalhau war köstlich. Danach, weil Sonntag, fuhren wir mit einem Taxi zum Strand, der nach Karte endlos und sandig war, es stimmte. Der Atlantik war für mich zum baden zu kalt aber zum eintauchen mit Füßen eine super Erfrischung und die Sonne hat uns doch erste Bräune in 2017 geschenkt. Gegen späten Nachmittag, dem Sonnenuntergang entgegen, fanden wir eine Strandbar für unseren Drink. Nachdem die Sonne im Meer eingetaucht war brachte uns ein Taxi zurück nach Lisboa, mit dem besonderen Aspekt das wir über die Brücke des 25. April, der optischen Kopie der Golden Gate Bridge, hinüber kamen und dies noch mit einem deutschsprechenden Taxifahrer. Der nächste Tag, Montag, für uns gefühlt noch ein Feiertag der aber hier in Portugal keiner ist, stand für unsere Fahrt ans Meer gen Norden von Lisboa, nach Cascais. Mit der Bahn ging es praktisch und zudem meist entlang der Küste so das wir die einzelnen Buchten schon erblicken konnten. Im Ort selber hatten wir keine Besichtigungslaune, es zog uns wieder an das Wasser und den Strand. Auf der Promenade kamen wir mit Liegepausen immer ein Stückchen weiter zurück gen Lisboa. Um den Abschied vom Meer bzw. dem Atlantik noch zu verzögern fanden wir ein Plätzchen wieder mit leckerem Fisch auf dem Teller. Die Suche nach der Bahnstation in einem der kleinen Örtchen verschaffte uns noch einen längeren Spaziergang bis wir am Abend unser Hotel erreichten. 

An unserem letzten ganzen Tag hatten wir noch ein Highlight zu sehen, das Museu Nacional do Azulejo, im Stadtteil Alfama, wo noch heute Einheimische wohnen und dem Hafen von Lissabon. Das Museum befindet sich in einem ehemaligen Kloster mit Kirche, die man vom Museum aus betreten kann und sollte. Das verwinkelte Museum beherbergt und zeigt Schätze der vielfältigen Azulejo (aus dem Arabischen 'kleine polierte Steine') aus den Jahrhunderten seiner Entstehung und Veränderungen. Man sieht Azulejo (fast immer nur quadratisch geformt) die man von den Straßen her in Erinnerung hat, Muster die man glaubt erst hier gefunden zu haben, sowie auch Kachel-Steine mit Bildhaften Motiven. Es gibt auch eine Restaurationswerkstatt, zudem auch einen Ausstellungsbereich neuerer modernen Muster und Bildgestaltungen. Herausragend für mich eine Auswahl aus der Innenwandgestaltung der Eingangshalle im Oceanium, die ich bei meinem vorherigen Besuch schon bewundert habe. Im Museumsshop hatte ich Glück kurz vor der Mittagspause hineingegangen zu sein, die anderen Besucher nach mir konnten nicht mehr einkaufen. Beim weiteren Spaziergang durch Alfama gab es noch viele Azulejo Motive zu fotografieren, in den Gassen sind noch einheimische kleine Geschäfte, neben einigen historischen Kirchen und Gebäuden. Natürlich sind auch hier viele Touristen und mit Glück fanden wir wieder das passende portugiesische Lokal mit einem Kellner a la Mick Jagger, wie meine Schwester fand, und er bestätigte sein Vorbild. Etwas fußmüde später im Hotel entschieden wir uns noch für den Sonnenuntergang in Downtown am Tejo. Danach, am frühen Abend war es für uns an diesem Wochenanfang ungewohnt ruhig in Chiado, einige Lokale hatten auch ihren Ruhetag, aber wir haben ja Glück und fanden ein lauschiges Lokal mit Draußenplätzen und portugiesischen Kleinigkeiten. An unserem Abreisetag blieb uns noch bis Nachmittags Zeit. Da war unser Ziel die Luvaria in Downtown, historisch mit wundervollen bestens gearbeiteten 'Lederobjekten' unserer Begierde. Der kleine Laden ist gerade groß genug um ihn mit zwei Personen zu betreten um Einzeln die richtige Größe zu probieren. Wir wurden fündig. Danach machte ich noch einen Kurzbesuch bei Visit Lisboa und für diese Reise folgte unser letzter Stop am Tejoufer mit Fisch diesmal nach Afrikanischem Rezept. Per Metro, damit kannten wir uns jetzt aus, fuhren wir zum Flughafen und sind ganz sicher das wir Lisboa wiedersehen werden.©VC