Le Marche, die Marken, Region Recanati besucht in 2012 - Über eine persönliche Empfehlung kam ich in Kontakt mit einem besonderen Gästeprojekt für eine Italienische Villa. Ich hatte nicht viel Zeit mich zu entscheiden ob ich für einige Monate mitarbeiten möchte an der Vorbereitung für das Besucherprojekt mit Programm und Betreuung der Gäste. Mir hat die Idee sofort sehr gefallen und ich bekam den Projektauftrag, den ich zusammen mit einer jungen Frau aus Österreich bearbeiten sollte. Wenige Wochen nach Jahresanfang startete ich in Köln mit einem Flug nach Bologna, zusammen mit der deutschen Leitung des Isola B. Projektes. Am Flughafen Bologna trafen wir mit der Österreicherin, P., und dem italienischen Chef, Senor B., zusammen. (Ich nenne an dieser Stelle keine Namen, da ich in die PR des Gästeprojekts und dessen aktuellen Status nicht näher involviert bin). Dann ging die Autofahrt mit zwei Wagen, ich zusammen mit P., Richtung Villa in den Marken, vorbei an den Sibilinischen Bergen, deren Schneebedeckte Hänge in der Ferne wunderschön aussahen. In dieser Region, südlich von Bologna, war ich zuvor kaum gewesen, zumindest nicht mit Erinnerung. Unsere Route verlief durch die Emilia Romagna und im Wechsel von Landschaftsbetrachtungen und unserem persönlichen 'Abtasten' verging die Zeit wie im Nu. Die Hauptstadt der Le Marche im Osten an der Adria ließen wir bei unserer Anreise östlich liegen, unser Ziel in der südlichen Region lag in der Nähe von Recanati, nach der Autobahnabfahrt über die Landstraßen, vorbei an auf sanften Hügeln gelegenen Dörfer mit den Kirchen meist ganz oben, an der Straße oft gewerbliche Bauten für den Handel, blieb es überwiegend ländlich. 

Auf uns wartete ja eine 'Villa' , und ja es war eine, die Einfahrt durch ein großes Schmiedeeisernes Tor, über Kies und rechts und links Zedern, Kiefern, Palmen und Sträucher, die Olivenbäume hinter dem Haus sahen wir später. Uns empfing die Seele des Hauses, A.-M., sie umsorgte uns in den folgenden Wochen herzlich mit allen leckeren Gerichten der Region. Durch ein riesiges Treppenhaus ging es in die erste Etage, zur Zimmerauswahl, und mein wunderbares Zimmer mit der Terrasse davor war im klassisch traditionell italienischem Stil eingerichtet. Unsere Essen nahmen wir in der großen Küche in der ein großer alter Kaminofen als Herd diente ein, den Blick auf den Olivenhain der Villa. Es war ein herrliches Gefühl in diesem Haus unterwegs zu sein, und war es nur der Gang von meinem Schlaf-Wohnzimmer zum Büro, oder zur Küche, oder ab und zu zum Salon. Nach einigen Einarbeitungstagen reisten der Inhaber und die Projektleitung wieder ab, wir waren alleine mit der A.-M. und dem Gärtner, der uns auch anfangs mit dem Van die Gegend zeigte. An einigen Tagen war noch G., im Sekretariat tagsüber anwesend. Und wir, P. und ich (V.) widmeten uns unserer Aufgabe, dem Projektprogramm. Dazu gehörte die Stadt Montelupone mit allen Geschichtlichen und aktuellen Kulturbezügen, die Region mit der kulturellen Stadt Recanati und Macerata als nächste größere Verwaltungsstadt. Wir mussten uns vertraut machen mit allen italienisch regionalen Aspekten, der Villa und ihren Zimmeroptionen, und der zukünftigen Gästebetreuung.

Macerata ist berühmt für sein Opernfestival im Sommer und bietet außer seinem historischen Zentrum ein modernes Stadtambiente. Recanati liegt nur einige Km entfernt vom Dorf der Villa, und birgt einige historische und kulturelle Raritäten. Geburtsort und Lebensort von Giacomo Leopardi (1798-1837) dem Dichter und Denker, der auch als Italienischer Goethe benannt wird, sowie von Beniamino Gigli (1890-1957), dem Sänger, dessen Stimme so berühmt war wie jene von Caruso. Auch Lorenzo Lotto (1480 -1557) lebte und arbeitete hier in der Region, in Loreto. Allen diesen Künstlern ist ein Museum in Recanti gewidmet. Der Ort Loreto ist mit einem Heiligtum, Santa Casa, gesegnet, mit Bezug zu Bethlehem. Und wußten Sie das es in Le Marche mehr als 100 Theaterhäuser gibt, auch in den kleinsten Städtchen, so wie in Montelupone ? und alle sind wunderbar kunstvoll ausgestaltet. Neben vielen anderen Kirchen und Palästen hat die Region ihre wunderschöne, liebliche Hügellandschaft, alten Dörfern - el Borgho - mit mittelalterlichen Zentren. Die Küche ist einfach, ursprünglich, köstlich, mit selbstgemachter Pasta, Polenta, Olivenprodukten, Schafskäse, Gemüse aus eigenem Anbau und ebenso der Wein. Dieser Bereich in der Mitte von Le Marche ist (wie seine anderen Provinzen auch) eine wahrhaft reichhaltige und authentische herzliche Region in Italien, naturverbunden und kulturell hochwertig. ©VC