Trekking Wanderung auf L'Etna und am SO Krater des Vulkan das 33. parossismo (ab 12.2020 bis 02.06.21) im Juni 2021 miterlebt !! Ein langersehntes Erlebnis erfüllte sich !

Monate-, Wochen-, Tagelang vorher hatte ich das Geschehen der Ätna Ausbrüche (seit 2019) an den Webcams und den Vulkanforen miterlebt. Auch im August 2020, hatte ich knapp einen Ausbruch (das dort sog. Parossismo) verpasst. Nun mit 1. Covid-Impfwirkung, sinkenden Ansteckungszahlen, entschied ich kurzfristig einen Flug nach Catania, incl. PCR-Test, und landete am 1. Juni dort, hatte zuvor eine Tour auf den Vulkan, zum gewünschten SSO Krater gebucht. Trotz Nationalfeiertag wurde ich am nächsten Morgen am Hotel abgeholt, es gab noch eine Teilnehmerin, wir waren dann mit 2 Guides eine kleine Vierergruppe. Ich hoffte sehr auf einen Ausbruch, die Garantie dazu konnte ich aber nicht mitbuchen, aber ich hatte meine Kalkulation es könnte klappen. Die Via Etnea führte uns aus der Stadt hinaus, durch die kleinen Orte Paesi Etnea, San Gregorio, S. Giovanni la Punta, Nicosia, Pedara, Trecastagni, bergauf Richtung Etna-Süd. Noch war es etwas dunstig, Vulkanasche am Straßenrand von den letzten Ausbrüchen. Am Refugio Sapienza parkten wir unser Auto, warme Kleidung, Wasser, Essen in den Rucksack, ich nahm Wanderstöcke die ich später gut gebrauchen konnte. Hier hätte man alles noch Nötige einkaufen können, hier startet auch die Seilbahn und heute für uns (und ca. weiterne 10 Personen) der riesige 4RadantriebBus. Die kurze Strecke durch die steinige Vulkanlandschaft war schon ein Erlebnis. An der unteren oberen Station war unser Ausstieg (die Seilbahn fährt noch ein kleines Stück weiter). Nun waren wir auf ca. 2300 m Höhe, leichter Dunst, Nebel schwebte über den Vulkanhängen und weit unten gen Süden lag Catania und das Meer im Dunst. Vor uns der SSO Krater mit kleinen weissen Dampfwolken, der Himmel darüber blau, und es war nicht kalt. Vor 2 Tagen soll es noch sehr kühl gewesen sein, so unser Guide Claudio.

Dann, ja dann kamen leicht graue Wolken aus dem SO Krater, sie wurden größer, wir, insbesondere ich, aufgeregter. Erstmal mussten wir noch ein Stückchen das Plateau hinauf, da halfen mir schon die Stöcke, ich hatte ja kein Training. In ca. 500 m Entfernung der rauchende Krater, auf den ich meine große Hoffnung setzte. Wir inmitten vieler älterer Kraterberge, rotes, schwarzes, graues LavaGestein, bergauf eine seichte Schicht, sodass man einsackte. Wir wollten höher hinauf und damit immer ein Stück näher zum Kratergeschehen. Und das steigerte sich, die Etna rumorte, wurde immer lauter, und der Auswurf (das parossismo) höher und höher und bald sahen wir auch wie der Vulkan dunkle Rauchwolken, schwarzes Gestein und Fontänen rotglühende Lava spuckte. Wir standen mehr als das wir voran kamen, Photo um Photo und Videos wurden aufgenommen, mein Glücksgefühl war riesig. Das sehr laute donnernde Geräusch dabei, für mich wie Musik. Endlich sah und hörte ich einen Vulkanausbruch live vor meinen Augen, Ohren, Sinnen. Fairerweise gesagt, ich hatte auch Kreislaufprobleme, inzwischen waren wir auf ca. 2500 m Höhe, im Stehen hatte ich kein Problem, aber sobald ich mich höher bewegte, wurde mir flau. Auch trinken half nicht. So war die Lösung das ich mit Guide Guiseppe unterhalb auf dem Vulkanhügel blieb wo wir aber den SSO Krater weiterhin sehen konnten. Die anderen Zwei sind einen Hang hinauf und etwas später trafen wir uns wieder um auf die Spitze von Montagnola (2640 m) zu steigen. Dieser gesamte Weg hatte ca. 2,5 Stunden gedauert, die ganze Zeit vom sich steigernden parossismo begleitet, dazu blauester Himmel über uns. Die Entfernung zum SO Krater war, von mir geschätzt, noch ca. 500 m. Dann im Gestein, an einer Solarpannele und neben einer Webcam Camera, niedergelassen für unsere Mittagspause, machte der Etna auch Pause. In die andere Richtung seitlich geblickt, ein tiefes Tal mit Vulkanhängen und gefährliche Schluchten, über denen sich langsam Nebel ausbreitete. Also, ohne einen erfahrenen Guide sollte man sich nicht hierher wagen. Dann unsere Pause beendend, machte L'Etna auch ein bisschen weitere Aktion, aber es wurde nicht mehr so heftig.

Wir begannen unserem Abstieg, ohne 4Radbus, dafür mit starkem Nebel in tiefer Vulkanasche, *geleitet von Claudio und seinem Kompass, der Nebel durchnässte meine Haare, Photos waren mir nicht mehr möglich, aber ich fühlte mich absolut sicher *. Nach gefühlt mehr als einer Stunde kamen wir auf eine Höhe mit grünen Pflanzen und kleinen Blüten. Wir sahen die Rosafarbene Etna-Symbol Blume, und dann war 'endlich' der Nebel weg und in der Ferne konnte wir die Station Sapienza sehen. Bis wir dort ankamen dauerte es aber noch, wir sahen ein von Lava überrollte Haus mit Lavagestein hinterm Gitterfenster, k.o. und glücklich am Auto, eingestiegen, war die Straße hinunter zu den Dörfern wieder in Nebel gehüllt. Es gab noch einen Stopp an einer Höhle (unter der Straße, leider nichts für mich) aber wir sahen noch eine kleine Schlange im Grün, das freute auch mich. Zurück am Hotel in Catania war es inzwischen 18 h, diese 10 Stunden Tour war auch ein Rekord für mich. Und ich hatte richtig vermutet, es war das 33. parossismo, ein unvergesslicher Tag für mich !