Kalabrien, Crotone und seine Provinz - besucht zum Monatsende im Oktober 2018 - Nachfolgend auf das B2B Treffen der UNESCO MIRABILIA 2018 in Pavia, erwartete mich ein wieder neues Reiseziel in Süditalien. Auf nach Calabria, zur Stadt und Provinz Crotone, weit unten süd-östlich, am geographisch bildlich beschriebenen Stiefel, genauer zum Fußballen, Italiens. Lange Zeit schon war ich gespannt auf die Region, deren Flughafen an der Westküste in Lamezia Terme liegt. In 2019 wird zudem ein kleiner Flughafen in Crotone eröffnet, auch für Flüge aus Deutschland. Erwartungsvoll war diese Reise von anfang an, und blieb spannend bis zum Rückflug mit Sicht auf den Sandstrand der Westküste Kalabriens. Unsere kleine *internationale Gruppe von Reisespezialisten kam mit einem Flug von Milano spät Abends in Lamezia an. Warme Luft in abendlicher Beleuchtung, im Wind wiegende Palmen, und ! 4 Signore(w) der Handelskammer Crotone empfingen uns (6 *Frauen+JuanCarlos aus Madrid). Mit Staunen und Freude waren wir schnell in unserem Bustransporter, denn noch mussten wir ca. 1,5 Std. fahren bis zum Hotel. Nach ein paar Metern der erste Stopp, unser Abendessen wurde in den Bus geladen, eine Dinner Tüte voll mit Leckereien, herzhaft und süss, aus der Region ! Welch eine grandiose Idee für unsere späte Fahrt. Am Rande von Crotone, am Meer gelegen, freuten wir uns alle auf unsere Zimmer, ich bekam ein traditionelles, Parterre mit Terrasse, Palmen davor, genau richtig für mich, draußen neckten sich einige Jugendliche, es war Samstag Abend. Am Morgen mit Tageslicht entdeckte ich einen Besucher an meiner Tür, ein Gecko, das soll Glück bringen, wie schön. Frühstück im großen klassisch gestalteten Saal mit Blick auf das Meer, ein paar Minuten Zeit hatte ich um die Wellen, den Wind, und die Palmen am kleinen Hotelstrand zu begrüßen. Während wir auf unseren Bus, den Fahrer und den Guide warteten bestätigte sich dann die Wetterwarnung, großer Sturm und später soll der Regen kommen. So musste unser Programm teils geändert werden, aber es ging dann los per Bus zum Capo Colonna.
Am Capo war es erst recht stürmisch, die kleine Kirche und ein Wehrturm trotzten dem Wetter und wir wollten natürlich die Ausgrabungsstätte mit der verbliebenen griechischen Säule und auch das Museum dort sehen. Alles sehr beeindruckend, und wussten Sie das dort Pytagoras gewirkt hatte ? Ich habe dazu gelernt. Das neue Archäologische Museum, mit Funden und Dokumentation sollte man unbedingt besuchen, sowie am Parkplatz die kleine Kirche und die kleine Bar für einen Kaffee und kleine Geschenke, der Turm war leider geschlossen. Unsere Fahrt führte durch die Landschaft, mit Olivenbäumen, Gemüsefeldern, immer wieder ein Blick auf das Meer, der Landstreifen west -ost ist hier ja der schmalste in Italien, nur ca. 30 km. Weiter ging es hinauf in die bergige Region, dunkle Regenwolken störten uns - noch - nicht, es war
besonders hier. Wenige Ortschaften, ja alles eher einfach gestaltet, mit eigenem Charme, wir sahen nur wenige Menschen. Das Wetter war nun auch nicht optimal, die SommerSaison vorüber, zudem war es ein Sonntag. Seitlich vor uns tauchte eine Stadt auf, die einen ganzen Berg einnahm, Santa Severina, unser nächstes Ziel. Es war ziemlich ruhig im Ort, trotz dem heftigen Sturm erreichten wir die Burg, mit dem Diözesan Museum, der Kirche nebenan, dem Kostümmuseum und Sälen voller Fresken an den Decken. Darin auch ein Fotomuseum mit italienischen Stars; hier werden auch Lesungen veranstaltet. Zur Begrüßung gab es eine kleine Stärkung, mit dem leckeren Tomatenbrot, Ciabatta natürlich, und wer wollte mit Crodino oder Aperol.

Die Fahrt führte uns immer höher hinaus, begleitet von herabgefallenen Ästen, überquellendem Wasser aus Rohren und Straßenrändern, aber wir saßen ja im trockenen Bus und wurden gefahren. Es war später Mittag, auf uns wartete noch der Lunch. Dort angekommen auch weitere Kollegen unserer Begleiterinnen der Camera di Commercio di Crotone, und alle Signori waren ganz Gentlemen und geleiteten uns beschirmt zum Lokal. Welche Überraschung dort, volles Haus, ein quirliges Treiben mehrerer Familien die auch dort zum Mittagessen waren. Auch wir saßen an einer langen Tafel, und man konnte den leckeren Speisen der Region nicht widerstehen. Ein Salat aus Roten Zwiebeln, beste Bratkartoffeln, gebratene Auberginen, Fenchel und als Hauptgang Fleisch der Schwarzen Schweine. SpäteR noch die frisch gerösteten Kastanien und knackige Äpfel, mit der Torte wurde es langsam schwierig. Unsere Mägen zu klein und der Regen draußen gross. Mir wurde es etwas mulmig, ich durfte dann mit im PKW zurück zum Hotel fahren, trotz starkem Aquaplaning kamen etwas später auch meine Kollegen dort an. Müde, ko, glücklich, verbrachten wir den Abend im Hotel mit einem kleinen Abendessen im sehr gemütlich stilvollen Restaurant, bei Tageslicht mit Meerblick.

Am nächsten Tag wartete die Stadt Crotone auf uns. Im Zentrum ist die Piazza Pitagora der Verkehrsmittelpunkt. In der Altstadt lockte ein großer Markt, verzweigt in mehrere Gassen, voll mit Gemüse, Oliven, Kräutern, Gewürzen, Fisch, Schnecken, Obst, wie schade das dafür im Koffer kein Platz war. Wir sind zu fuss durch die alten Straßen vorbei an mehren kleineren Kirchen, Spanischen Mauerresten, und ein Stück weiter zum Museo Archäologico Nationale. Mit bedeutenden Funden, auch aus Gold und Silber. Wir mussten weiter, unser Bus wartete am Castello, das heute nicht geöffnet war, bekamen noch einen kurzen Stopp am Hafen von Crotone, mit vielen kleinen Segel- und Fischerbooten. Aber raus fahren konnte auch heute keiner. Weiter ging unsere Fahrt zu einem Ziel an der südlichen Küste, Le Castella. Die dortige Burg, nur über einen schmalen Sand- und Steinweg erreichbar, unerreichbar heute für uns, beeindruckte dennoch durch ihre imposante Präsenz. Im Sommer ist der kleine Strand im Ort ein beliebtes, ruhiges, Freizeitziel. Zu uns kam ein Forscher der Meeresfauna und berichtete über die Aktivitäten und den Meeresschutz in der Region. Nach dem Gruppenfoto spazierten wir zu unserem Restaurant für das Mittagessen. Es wurde köstlich, wunderbar, vielfältig, genial einfach, fischig, tosendes Meer bis an die Fensterscheiben. Ach ja, und der Vino di Calabria, ist klasse. Wir mussten weiter, ein weiteres Highlight wartete (wir besuchten eine berühmte Person). Später im Hotel blieb uns wirklich wenig Zeit für die Abendgarderobe, das Abendessen zum Abschied sollte ja noch folgen.
Welch eine große Überraschung dies dann wurde hatten wir nicht geahnt. In Crotone Zentrum, in ruhiger Seitenstraße, traten wir in ein chiques Restaurant in dem alles in weis und sehr modern gestaltet war. Nachdem wir viel Klassisch Traditionelles gesehen hatten, überraschte dieses Lokal uns sehr, positiv natürlich. Und es war für viele Personen gedeckt. Und alle kamen für uns, zum kennenlernen, danken, austauschen und mit enormer Herzlichkeit. Wir waren ja auf Einladung der Handelskammer Crotone hier, und deren Präsident, auch der Vizepräsident, auch die Generalsekretärin mit ihrem Team waren wieder wie an den anderen Tage mit uns, heute Abend zudem weitere Geschäftsinhaber/innen aus Crotone und der Provincia. Wir bekamen Ansprachen und dankten ebenfalls damit. Im Verlauf genossen wir das superfeine Menü (obwohl unserer Gruppe das essen schwer fiel). Irgendwann wurde es locker lebendiger, man tauschte die Sitze bis dann das Abschiedsgruppenfoto folgte, und dann noch eine Überraschung kam. Jeder unser TeilnehmerInnen bekam eine Tasche mit Regionalen Präsenten (ach ja wir waren doch noch bei einem Künstler Keramiker gewesen, der kleine Krug hat den Rückflug nach Düsseldorf heil überstanden!), ein bacio und ein Foto wurde mit jedem einzeln von uns Besuchern und den Gastgebern gemacht. Ich war sehr beeindruckt, sprachlos, gerührt. Der tatsächliche persönliche Abschied fiel schwer. Zurück im Hotel musste noch schnell der Koffer zugepackt werden, um 7 h morgens fuhr uns der Bus zum Flughafen Lamezia Terme. Arrivederci, a presto Calabria.VC