Kalabrien, von Lamezia Terme bis nach Tropea - besucht im September 2019 - Ein Fluggutschein nach Lamezia Terme, den ich erst nach den Ferien einlösen konnte, brachte mich Mitte September wieder nach Italien. Kurz zuvor hatte sich für die Ankunft am Abend ergeben, das ich mich mit einer Einkäufergruppe der ITKAM bei der Azienda Statti in Lamezia Terme treffen konnte. Die wunderschöne Anfahrt in der sonnigen Abenddämmerung, dann im Weingut über die von  Olivenbäumen gesäumte Allee, lies mich direkt in italienische Stimmung fallen.  Mit einer Weinprobe der feinen Weine und kalabrischen Köstlichkeiten im traditionellen Landhaussaal bis zur Fahrt ins Hotel an der Bucht von Gizzeria hatte ich einen gelungen Reisebeginn für Südkalabrien. Am nächsten Morgen war leider keine Zeit um den weitläufigen Sandstrand mit einem Spaziergang zu nutzen, ich hatte eine Zugfahrt nach Marina Valentia geplant, von dort wollte ich mit einer Fähre und gebuchtem Ticket weiter (nach Stromboli).

Nur per Taxi kam ich zum Hauptbahnhof von Lamezia, der nicht im Zentrum liegt, um den stündlichen Zug nach Valentia zu erreichen. Da ich die dortige Region noch gar nicht kannte und den Hafen finden musste hatte ich genug Zeit eingeplant. Ich konnte ein Zugticket direkt bis dorthin lösen und die ca. 1,5 stündige Fahrt durch kleine Orte, immer links das Meer, habe ich natürlich die ganze Zeit hinausgeschaut, und schon musste ich aussteigen. Oh, es war ein kleiner Bahnhof, Mittagszeit, kaum Leute zu sehen und auch kein Bus. Aber ein Auto wartete davor, der Fahrer kam auch, es war ein Taxi und ich lies mich zum Hafen fahren. Mit meinen 2 Taschen, die klein aber etwas schwer waren, den Erklärungen des Tassista, das dort hinter der Schranke, später die Fähre abfahren würde. Zwei Bars hatte ich zur Auswahl, aber es war nichts los. Zum Glück gab es noch die Bar vom Beach, wo ich dann für 2 Stunden für ein paar Euros einen Liegestuhl mit Sonnenschirm buchen konnte. Das tat ich, zuvor ein kleiner Imbiss, ich suchte mir eine ruhige Ecke, denn einige Leute waren ausser mir auch noch am Strand. Zu rechten Seite die bergige Kalabrische Küste, vor mir der kleine Hafen mit einigen Booten, genoss ich mein erstes Sonnenbad. Mit genügend Zeit schlenderte ich später zu der wartenden Fähre, die mich für 3 Tage nach Stromboli (s. Stromboli Reiseblog) bringen sollte, ja weg aus Kalabrien, aber ich erkundete damit auch die Fährverbindungen zu den Eolischen Inseln (Sizilien).

Von dort zurück, mit der letzten regulären Fähre vor der Winterpause, kam ich wieder am gleichen Hafen von Valentia Marina an. Dort hatte ich mich mit dem gleichen Taxifahrer wie bei erster Ankunft verabredet, denn es war ein Sonntag, Mittagszeit, und bis zum nächsten Zug - Richtung  Tropea - hätte ich (wieder) 3 Stunden warten müssen. Unsere Fahrt an der Küste entlang, ca. 25 km, dauert nicht so lange, ich konnte die Landschaft betrachten, wobei wir die ganze Zeit aktuelle Themen beredeten. Angelangt bei meinem nächsten 3-tägigen Ziel, ein Urlaubsresort direkt am Meer,  erstaunte mich der Taxifahrpreis allerdings sehr, ein bisschen viel wars.

Ich wollte mich nicht ärgern, warteten doch 3 Entspannungstage auf mich, und wie schön mein Zimmer hatte Meerblick, türkisblau und klares Wasser unterhalb von felsiger Küste mit hellem Sandstrand. Später fand ich heraus, ich hatte am schönsten Abschnitt der 'Costa degli Dei' gebucht, bei einem Kontakt den ich zuvor noch nicht persönlich kannte aber schon für die Herbstmesse in Italien zu einen Termin kontaktet hatte. Es war schon Nebensaison hier, d.h. überall weniger Leute, und am Strand  Platz. Dorthin kam man über Treppen, konnte sich unten angelangt nach ca. 10 Minuten, für die linke oder rechte kleine Bucht mit Sandstrand entscheiden. Das Meer war warm, aber es dauerte noch einen Tag bis ich auch hinein ging. Baden, schwimmen, ist nicht so meine Sache, aber da sein Muss das Meer. Am nächsten Morgen nutze ich auch den Resort Shuttle Bus zur nächsten Bucht mit einem größeren Strand und einigen Bars. Da ein Mittagessen auf mich wartete, nutze ich es und es war auch noch ziemlich warm, alles zusammen total relaxend. Auch das nahe gelegene Dorf habe ich zu fuss erkundet, alles dort für wenige Leute, aber man hätte etwas einkaufen können, ich fand Postkarten für meine Sammlung. Und leider war die Zeit schon wieder rum, ich hatte noch einen Tag in Tropea gebucht, im  Städtchen 10 km weiter gen Süden auf einem Felsen. Hier war es touristisch. Mein Zimmer hatte ich etwas ausserhalb ( dies aus versehen) bei einem Einheimischen älteren Paar gebucht, im nachhinein doch wieder richtig. So lernte ich ein klein wenig von deren Lebensweise kennen und bekam einen Privat Shuttle zur Stadt und zurück und am nächsten Tag zu Bahnhof. Ich fuhr zurück nach Lamezia, hatte ein Hotel reserviert, dachte es läge  im Zentrum, aber nein. Umgestiegen in Lamezia Centrale für die 1 Station weiter, stand ich dann auf einem wieder abseits gelegenen Bahnhof ohne jeden Service. Es kamen auch noch Regenwolken auf und mein erster Gedanke, oh ne, was mach ich jetzt. Der 2. Gedanke dann, den Kollege aus Lamezia anrufen, und wie nett von ihm, er hat mich eingesammelt, mich zu einem zentraler gelegenen Hotel gefahren und mir oben auf dem Berg die 3fach zusammen gesetzte junge (seit den 1970er Jahren ) Stadt Lamezia Terme erklärt. Nachmittags bis zum frühen Abend habe ich noch ein wenig den Stadtteil erkundet, eine köstliche Antipasta 'alla Nonna' verspeist, um am frühen Morgen wieder per Taxi zum Flughafen zu kommen. Meine Erkenntnis, Kalabrien ist anders organisiert als Italien andernorts, die sehr herzlichen Menschen gleichen diese Lücke wieder aus. ©VC