Baskenland, Costa Vasca / Bucht von Bizkaia besucht Ende Februar/Anfang März 2019 - Ein Reiseziel das seit ca. 5 Jahren auf meiner Wunschliste stand und zur Karnevalszeit endlich umgesetzt werden konnte. Alleine unterwegs, mit ein paar beruflichen Terminen, habe ich mir 1 Woche Zeit genommen um zwei Städte der baskische Region zu erkunden. Ich hatte so viel Umworbenes zu Bilbao und San Sebastian gehört, gelesen und in einigen Dokumentationen gesehen, davon wollte ich mir persönlich ein Bild machen. Im Vorfeld hatte ich versucht mich etwas auf die spezifische, sog. isolierte, Baskische Sprache Euskara vorzubereiten, in der Hoffnung mit meinen Spanisch Kenntnissen im Lande zurecht zu kommen. Es zeigte sich, ganz so einfach war es nicht, aber da Spanisch die Amtssprache ist und Englisch in den Hotels und Tourismusbüros gesprochen wird, konnte ich mich verständigen. Es gibt auch gedruckte Informationen in deutsch. Das Euskara blieb mir allerdings mehr oder weniger ein Rätsel, Pintxo (pintschu) für die speziellen baskischen Gourmet Tapas ist ja noch einfach zu merken. Aber liest man weitere zweisprachige Infos, Straßennamen, Metrostationen, Menuekarten, u.a. wurde es für mein Sprachverständnis schon kompliziert und auch verwirrend. Der Flug zum Flughafen Bilbao war zuvor ein wunderbarer Start mit freier Sicht während der 2 Flugstunden. Brüssel, Paris, die Französische Westküste mit dem endlosen Sandstrandstreifen bis Bordeaux, auch über San Sebastiàn hinweg schon die Sandstrände im Blick, und in Bilbao auf den berühmten Flughafen in Viertelkreisförmiger filigraner Bauweise vom Architekten Calatrava. Schnell fand ich dort den Tourismusinfo Kiosk, ein paar Meter weiter den Verkauf für das Busticket (3,- EUR) zum Centro und in 20 Min. waren wir dort. Ich stieg an der Gran Via aus, in der Nähe sollte mein Hotel liegen, im Stadtteil Indautxu. Nur dann fing es an mit den Baskischen Bezeichnungen, teils sind die Straßenschilder in Euskara, teils in Spanisch, trotz gedrucktem Stadtplan plus google maps und meinem eigentlich guten Orientierungssinn hatte ich einige Mühe mein Hotel zu finden. Später half mir meine erste Suche um Straßen und Ecken wieder zu erkennen, aber mit einem Taxi wäre es einfacher gewesen, diese sind auch im Baskenland relativ günstig. Zudem war das Wetter untypisch warm, ca. 16 h > 28°, und ich hatte die falsche Kleidung eingepackt, das merkte ich die ganze Woche, widerum sagte mir Jeder es sei z. Zt. Frühling im Winter, bisher gab es das dort nie. 

Bilbao, mein Hotel lag sehr günstig, der Name genau wie der Stadtteil, es war erst Nachmittag und spontan entschied ich mich für eine Metrofahrt ans Meer. Das klappte ganz gut und in ca. 30 Min. war ich am alten Hafen und bestaunte die Eiserne Brücke 'Punete Bizkaia' (UNESCO-Welterbe) über die Flussmündung des Nervión, nach einem kleinen Spaziergang an der Promenade zog es mich wieder in die Stadt zurück. Am frühen Abend musste ich natürlich die nähere Hotelumgebung erkunden und Pintxos essen. Die Straßen waren voller Menschen, die Pintxo Bars auch, und diese gab es jede Menge auf meinem Weg, nur in welche Bar sollte ich hinein gehen ? von außen der Blick auf die voll beladenen Theken, so reichlich und mit vielfältiger Auswahl, wie im Paradies. Und das wollen sie auch bieten und sein, dafür ist diese Region ja berühmt. An diesem Abend wußte ich noch nicht, 1 Pintxo 1 Glas Wein wäre richtig gewesen, 2 Pintxo auf einmal war falsch. Draußen im netten Gespräch mit einer Familie aus Bilbao/Madrid war meine Meinung 'alles wegen dem schönen Wetter' falsch, es geht hier immer so zu. Ich liess mich noch weiter treiben und probierte dieses und jenes Pintxo, deren Name und Zusammensetzung zauberhaft waren, eins hatte ich mit schwarzem Tintenfisch (der tauchte später in Donostia nochmals auf meinem Teller auf). Der Rückweg zum Hotel wurde wieder schwierig, aber dabei habe ich was von der Stadt gesehen. Am nächsten Morgen stand das Guggenheim-Museum auf meiner Planung, eigentlich war es ganz nah, aber ich bin in die falsche Straße gegangen und hatte dadurch wieder ungeplant mehr von Bilbao gesehen. Das Guggenheim hat sich dann sehr für mich gelohnt. Ich hatte zuvor nicht genau geschaut welche Ausstellungen und Sammlungen dort sein sollten, welch schöne Überraschung, in einem riesigen Saal die Richard Serra Installation mit seinen Stahl Objekten. Diese im Kontext mit der Museumsarchitektur von R. Gehry haben mich überzeugt, hervorragend ! Ja auch Weiteres im und um das Guggenheim auch unter Einbezug Historischer und Moderner Stadtarchitektur machen das neue Bilbao aus. Meine Zeit war knapp, da ich mit einem Kollegen der hier eine Agentur besitzt, verabredet war. Es folgte ein weiteres Highlight, er zeigte mir das älteste Restaurant (LOSFUEROS) von Bilbao, in der Altstadt. Ohne ihn hätte ich es ggf. nicht entdeckt, und die Inhaber Gourmetküche hat mir sehr zugesagt, sehr köstlich, auch für meine Augen, in herzlicher, grandioser understatement Atmosphäre. Danach habe ich  noch viel zu fuss erkundet, im Casco Viejo und entlang der 'Ria' wieder gen Centro Bilbao mit seinen quirligen Stadtteilen, Shopping auf der Gran Via und den zahllosen Pintxo Bars. Am nächsten Morgen, zum Glück nahe dem Hotel, fehlte noch mein Besuch des von Ph. Starck modernisiertem Kulturzentrum 'Azkuna Zentroa', allerdings zu früh am Tage für Veranstaltungen und Carnival bedingt gab es auch kein Abendprogramm das ich verpasst haben könnte. Danach fuhr ich per Taxi zum Busbahnhof um nach San Sebastián zu kommen.

San Sebastián, in Euskara: Donostia, erreicht man einfach von Bilbao aus in nur knapp 1,5 Std am besten mit dem Bus (Termibus), am dortigen Busbahnhof kam ich per Taxi zu meinem ausgewählten Hotel. Dies lag zu meiner Überraschung auf einer Verkehrsinsel und es gefiel mir, es war gar nicht laut im Zimmer, meine Aussicht fiel auf das Hinterland und eine der Brücken von Donostia, und Bistro und Restaurant im Hotel waren nett und praktisch für kurzfristige Speiseentscheidungen. Zudem überraschten mich wieder die günstigen Preise bei guter Qualität. Dann erwarb ich eine San Sebastian Card und konnte mit dem Bus ganz nahe am Hotel ins Zentrum fahren. Das tat ich dann auch bald, Sonne und Wärme lockten mich um endlich den berühmten Stadtstrand, la Concha zu sehen. Zuvor habe ich im Tourismusbüro noch eine Stadtführung und eine Pintxo Tour für den nächsten Tag gebucht, das war eine gute Entscheidung. Zurück an der Strandpromenade sah ich schon Leute im Karnevalskostüm, es war voll überall, es war Freitag und dann folgte wieder eine Überraschung, diesmal am Himmel. Über dem Strand tauchte ein quietschgelbes historisches Propellerflugzeug auf, unüberhörbar. Alle kamen hergelaufen, war ein Unglück passiert ? die Maschine setze kurz auf dem Wasser auf und hob wieder ab und kam über die Berge von der Stadt zurück, für eine Wiederholung. Dann begriffen alle, ein Extraspektakel. Abends sah ich es nochmals in den TV Nachrichten. Samstag die Stadtführung war ok, sie verlief überwiegend durch die Altstadt, ich bekam Orientierung, Donostia ist auch viel kleiner als Bilbao. Irgendwann bin ich zurück zum Hotel um mich für die Pintxo Tour zu ruhen, dorthin musste ich dann wieder laufen, der Bus fuhr nicht zum Boulevard, es gab dort den 1.Karnevalszug. Oh je dem Karneval wollte ich doch entfliehen, er zeigte sich hier bis Sonntag Abend, die ganze Familie oft im Kostüm oder anders fein gemacht, als eines der Feste im Jahr. Die Pintxo Tour wieder ein Highlicht, mit Guide waren wir nur zu dritt, dadurch konnte ich Vieles zu und über die Basken erfragen und erfahren, und wirklich echte einheimische Pintxo plus Vino (oder auch Bier) probieren und kennen lernen. Am nächsten Tag mein 'freier' Sonntag, ich hatte nur die Strände im Sinn. Davon gibt es drei in Donostia, ich hatte 5 Brücken zur Auswahl um zum ersten kleineren Strand zu gelangen. Nach etwa einer Stunde kamen Wolken auf, ich machte mich zu meinem Stadtrundgang auf , im wahrsten sinne, die gesamte Küstenpromenade entlang bis zum 3. Strand. Dort war ich (nach geschätzten 5 km oder mehr) laufmüde und zum Glück führte eine uralte Seilbahn, die Furnicular, in ebenselbiger mehrteiliger Kabine und Sitzbänken in 10 Min. auf den Berg. Die Aussicht war hervorragend, das Cantabrische Meer, die Stadt mit ihren mondänen Bauten, dahinter grüne Bergketten. Dann bin ich zurück bis zum Hauptstrand, noch ein Pintxo mit wunderbarem Sonnenuntergang, danach mit dem Bus zum Hotel. Am nächsten Tag, Montag, hier war dann Karneval vorbei, ich hatte noch kurz einen Termin um das Hotel mit den Meeting Räumen gezeigt zu bekommen, dann hatte ich viel unverplante Zeit, es war kühler und Wolkiger zudem, und ich machte mich auf um andere Stadtteile zu erkunden, etwas abseits von der Altstadt und dem Zentrum. Obwohl alles liegt nahe beieinander, zeigten sich mir aber auch andere, weniger mondäne Seiten der Stadt. Auf dem Weg zum Hotel dann widerum entdeckte ich die Mode- und Designerstraßen, überschaubar, aber auch bereichernd. Dann folgte mein letzter Tag, ich hatte inzwischen entschieden hier zu bleiben, nicht noch einen Tag in Bilbao. Es gab wieder warmen Sonnenschein, mit einem Pintxo, und dann fand ich noch nach einem Tipp die Gourmet Markthalle in der Altstadt, versteckt im Untergeschoss, mit enormer Auswahl frischem Fisch, Käse, Fleischigem, Süßem, Grünem, ich hatte nur Platz für ein Stückchen Käse in meinem Koffer. Ich bekam Hunger, auf Etwas Warmes, kein Pintxo, erinnerte mich an die gesehene Hafentaverne. Wie gut, dort fand ich auch ohne Michelin Stern mein Menü: Tintenfisch in seiner schwarzen Soße und endlich ein echt frischer, einfacher, leckerer Salat. Ein krönender Abschluss um zufrieden am nächsten Morgen mit dem Bus zum Flughafen Bilbao zu fahren. Mit neuen Erfahrungen zu einer mir persönlich bis dato unbekannten Region Spaniens. Es wird nicht mein Lieblingsziel, ist aber auf jeden fall Individuell, anders und gut erreichbar für einen zweiten Besuch. ©VC