Bari und Val d'Itria- besucht im Oktober 2015 (Bari auch 2014 und 1984) - Erst vor einem Jahr war der Flughafen Bari mein Ziel und ich hatte mir gewünscht bald wieder herzukommen um die Stadt intensiver erleben zu können. Anlass war diesmal wieder die Reisemesse für Apulien, mit einer neuen Infotour vorab. Vom Flughafen ging die Fahrt per Minitransporter und mit weiteren internationalen Kollegen aus dem Event- und Reisebereich, zu unserem Hotel in der Innenstadt. Nun tagsüber zeigte sich mir schon ein ganz anderes, moderneres Bild von Bari, als ich es aus vor ca. 25 Jahren in Erinnerung hatte und von meinem letzten sehr kurzen Besuch vor einem Jahr abends in der Altstadt. Bedingt durch unser Programm wurden schnell die Koffer im Zimmer abgeladen und mit den Sonnenstrahlen kurz vor Sonnenuntergang ging es zu fuss Richtung Centro. Wir trafen uns mit weiteren Kollegengruppen und wurden plötzlich von einer Musikkapelle umringt die unseren Weg zum historischen Zentrum begleitete. Das fand ich sehr originell, es erleichterte zudem das gegenseitige Kennenlerngespräch und umspielte auch die Sprachvielfalt von uns ca. 150 Menschen/Kollegen aus aller Welt. Dann kam eine unerwartete Überraschung von oben, der Regen, aber wie aus Wunderhand ergänzt von vielen Regenschirmen. Mit Guides folgten wir einem Parkour durch die Altstadt in Bars, Trattoria's, Restaurantterrassen und homemade Pastaständen vor Haustüren. Überall mussten wir probieren, und erkunden, Was im jeweiligen Lokal die Spezialität war. Wunderschön war es durch die Gassen zu laufen, in die offenen Küchen der Bewohner sehen zu können wie die Pasta geformt und vorbereitet wird, was ganz normal für die Bewohner ist. Mein Favorit kam mehr zum Ende hervor, ein Focaccia Imbiss, echte Apulische mit Tomaten ist die beste Focaccia (Dickes Fladenbrot in Olivenöl ausgebacken). Der Ausklang mit einem Jazz Livekonzert in einer ehemaligen kleineren Kirche war zauberhaft.

Der nächste Tag, schade es hat stark geregnet, dafür war das Meer, die Adriaküste, auch etwas wilder, nur leider alles in grau gepackt. Normalerweise ist Apulien ein sonniges Land, der Regen ist aber nötig und erfreut die Landwirtschaft. Für unsere Tour 'Romantik' passte dieses Wetter auch irgendwie. Nicht alle hatten die passende Kleidung an, geschweige denn Regenschuhe, und bei unserer Fahrt gen Süden von Bari fiel der eine und andere Aussteigestopp ins 'wasser'. Die Reisezeit, auch in die bekannte Stadt Polignano mit der Felsenküste war vorbei, so hatten wir in den Gassen auch viel Platz für unsere, wenn auch kleine, Gruppe. In Ostuni verzog sich der Regen etwas für unseren Besuch, das weiße Flair der Stadt konnten wir allerdings nicht so ganz strahlend wahrnehmen. In Sommerzeiten ist es hier sicherlich sehr voll. Es war schon dunkel als wir per Bus unser Dinnerhotel suchten. Eine Masseria erwartete uns und die Überraschung gelang. Ein großes eisernes Eingangstor öffnete sich erst nach einigen Telefonaten. Gefühlte 2 km Fahrt durch den Park zum mit Fackeln erleuchteten 'Märchenhotel', durch seine Türme und den Park herum wirkte es so. Masseria sind ehemalige Landgutshöfe im südlichen Apulien, die heute schick, modern, individuell, aber mit viel Traditionellem authentisch als Hotel/Herberge umgebaut werden. In einer ehemaligen Scheune war eine langgestreckte Tafel für uns gedeckt, es war königlich, auch das hervorragende Essen aus der dortigen Küche, nobel durch seine köstliche, einfache aber feine Kombination. Zum Schlafen fuhren wir sehr spät wieder den langen Weg zum Tor um in einer anderen Masseria unser Bett zu finden. Ich begann die Masseria zu lieben.

Am nächsten Tag saßen wir am Vormittag in Oldtimern und fuhren vorsichtig, von Bewunderern am Straßenrand betrachtet, per Konvoi die Fahrtrichtung Landesinnere. Wir waren nun im Val d'Itria, sahen und besuchten kleineren Städte, jede mit ihrem individuellen Flair, historischem Innenkern, umgeben von Feldern mit landwirtschaftlicher Produktion, viel Gemüse und Obst, Wein und den wunderschönen Olivenbäumen. Für den Olivenanbau und seine Produkte ist Apulien zurecht berühmt. Trüffel findet man hier auch und sie wettstreiten mit Piemonte wer und wo den besten Trüffel hat. Irgendwann wieder per Bus durften wir einen ersten Trulli besichtigen und Wein aus eigenem Anbau kosten. Die Trulli, Rundbauten aus dunklen Steinen, geschichtet ohne sonstige Materialien, sind die ursprünglichen Wohnhäuser dieser Gegend. Ein Raum für alle und alles Hab und Gut, waren sie direkt am und im Feld, landwirtschaftliche Tätigkeiten waren die Haupteinnahmequelle. Heute werden die Trulli ausgebaut und man kann sich als Besucher dort einmieten. In Alberobello, deren Trulli den UNESCO-Welterbetitel tragen, haben wir die ausgezeichnete Straße und einen Trulli der zum Wohnen wieder eingerichtet wurde, von innen bewundern können. Und zum Glück werden noch immer Tomaten angebaut oder in jedem Garten oder am Haus. Die schmackhaftesten Tomaten für mich, auch noch aus alter Erinnerung, sind jene aus dieser Gegend. Zusammen mit dem Olivenöl und frischem weißem Brot - oder auf der Foccacia - ! mit nichts anderem zu vergleichen. An unserem letzten Tag mit dem Meeting Workshop tagsüber brachte uns der Abend mit einem besonderen Programm zusammen. Ein Saal war in einen Festlichen Bauernmarkt verwandelt, mit Tanz, Gesang, Handwerk, Wein, Speisen und einer unwahrscheinlich ausgelassenen Stimmung, die uns mit den Einheimischen, Alt und Jung, unweigerlich herzlich mitfeiern lies. ©VC