Asti - besucht im Mai/Juni 2017 und November 2012+2015 - war eines meiner ersten Reiseziele für die Basis meiner Kunsttouren in Europa. Der erste Besuch entstand auf Einladung von AstiTurismo und der zweite im Kontext eines Meeting Workshops der Comune Asti. Im Frühjahr 2017 habe ich Asti eine Woche aus überwiegend privaten Gründen besucht und mit einigen beruflichen Aspekten kombiniert. Asti, schön gelegen in den oberen, nördlichen Hügeln des Piemonte (Pie Monte), hatte als Stadt in frühen historischen Zeiten eine führende Position von Piemonte inne bis diese an Turin überging. Heute kann man die ursprünglichen Paläste und geschichtsträchtigen Gebäude besichtigen, viele davon werden auch als Museen genutzt. Mit ihrem Untertitel 'Asti Stories of Beauty' kann man erahnen, das die Stadt viele Schätze besessen hat, und heutzutage sind davon noch zahlreiche Zeugnisse zu sehen und es werden ständig durch Restaurierungsarbeiten Werte erhalten und wieder hervorgehoben. Ich beschreibe nur einen Teil der Kulturschätze von Asti, nicht alle finden hier in meiner persönlichen Erzählung Platz. Auch entdecke ich bei jedem Besuch neue Aspekte und Kulturorte von Asti und es bleiben Weitere für die ich nochmals hierher reisen möchte. 

Für mich ein besonders wundervolles Juwel das ich erstmals 2015 kennenlernte, ist das archäologische Museo di Sant'Anastasio mit der Crypta aus dem 11.-12. Jhd n. Chr., in das romanisches Gewölbe mit bestens erhaltenen Säulen gelangt man im hinteren unteren Bereich des Museums. Es liegt zudem im Zentrum von Asti direkt neben dem Palazzo Mazzetti, der heute ebenfalls auch als Museum mit der Gemäldegalerie ein Herzstück der Stadt bildet. Hier werden neben der umfangreichen Piemontesischen Sammlung aktuelle zeitgenössische Kunst- und Kulturausstellungen realisiert und Sie können parallel die historischen Säle mit Fresken, Deckengemälden und historischem Inventar besichtigen. Gegenüber auf der Straße befindet sich der Palazzo Ottolenghi, gleichfalls Stadthistorisch bedeutend und mit einer prachtvollen Innengestaltung, die leider noch immer im Restaurierungsprozess steht und nur mit vorheriger Terminabsprache zu besichtigen ist. Ein kleines Stück weiter auf der Straße liegt der 3. bedeutende Palast, Palazzo Alfieri. Auch er ist heute teilweise ein Museum das jüngst modernisiert wurde. Im Palastkomplex ist zudem kürzlich die Foundation E. Guglielminetti eingezogen und präsentiert umfangreich die Werke des international berühmten Bühnenbildners zu Opern und Theaterwerken. Außerdem präsentieren sie dort in einer weiteren Galerie kleinere Wechselausstellungen.

Berühmt ist noch heute der Palio di Asti, der historische Reiterwettbewerb (erste Chronologie im Jahr 1275), der im Zentrum stattfindet und mit einem Festival begleitet wird. Leider war ich bisher nicht in einem September vor Ort, aber das Museum dazu kenne ich und Sie sollten es auf jeden Fall besuchen wenn Sie dort sind. Von Bedeutung sind auch die Stadttürme, man sieht sie sobald man in der Stadt unterwegs ist. Der Troyanische Turm, einst von dem Adelsgeschlecht der Familie Troya erbaut, zählt zu den wichtigsten in Piemonte. Auch er zeigt die typische architektonische Gestaltung im Wechsel von beige weißem Basalt und rötlichen Backsteinen. Das Theatro Alfieri darf man nicht verpassen, es ist wunderschön mit seinen roten Balkonen, mir fehlt allerdings dort noch ein Besuch am Abend mit einer Aufführung. Ein weiteres Juwel des Altgotischen Piemontesischen Stils ist die Kathedrale von Asti, mit einem schönen ruhigen Platz, ist sie ein lohnendes Ziel am Rande der historischen Innenstadt. Ein Highlight für mich war bei meinem Besuch im Frühjahr 2017 die Arazzeria Scassi. Diese Teppichweberei war bis vor einiger Zeit auch ein Museum. Dort werden noch immer von der Familie Scassi in Handarbeit künstlerische Unikate nach Gemäldemotiven hergestellt. Vorlagen von Max Ernst, Miro, Cagli, und vielen anderen Künstlern habe diese Arazzeria weltberühmt gemacht. Zur Besichtigung ist ein angemeldeter Termin nötig.

In der Stadt unterwegs zu sein macht Appetit und den kann man in Piemonte überall so lecker vielfältig beruhigen. Hier ist ja auch das Gebiet der Piemonte Trüffel. Der Haselnussanbau ist ein weiteren starker Bereich der Region, gebraucht wird er u.a. für die Torrone. Passend für alle diese Genüsse hat Asti selbstverständlich zahlreiche und vielfältige Cafés, Bars, Restaurante, Trattoria, Osteria und Enoteca. Überall werden die Gäste herzlich empfangen, die lässige Atmosphäre wird schön gepaart mit hervorragender Küche und stilvollem Service. Beachten müßte man jeweils die Öffnungszeiten, da diese individuell bleiben und gerne nach der Mittagszeit, typisch italienisch, einige Lokale auch kurz geschlossen werden. Einen Hinweis möchte ich nennen, das der berühmte Asti Spumante nicht direkt in der Stadt, aber in der Provinz Asti produziert wird. Und auch in Asti freut man sich auf die tägliche Stunde des Aperitivo, zu dem immer eine leckere Kleinigkeit zum essen serviert wird.
Für meinen Aufenthalt 2017 in Asti hatte ich mir einen persönlichen Wunsch erfüllt und ein Zimmer in einem ehemaligen Stadtpalast, der heute in privaten Händen ist, in der Via Cattedrale gebucht. Dort gibt es unterschiedliche B&B Zimmer mit teils architektonisch historischen Relikten und einer persönlich starken, künstlerisch intellektuell geprägten Note durch die jungen Besitzer. Zu Asti insgesamt besteht zu allen Themen jeweils sehr viel Historie mit noch heute sichtbaren Zeugnissen und Details architektonischer Relikte und aufwendigen Innenraum Gestaltungen. Dies ist, wenn auch nicht stets direkt zu sehen zumindest doch zu erspüren. Für nähere Beschreibungen möchte ich Ihnen die Dokumentationen, Schriften und Informationen von AstiTurismo und der Comune di Asti sehr empfehlen. Ich freue mich schon auf meine nächste Reise nach Asti mit den zahlreichen Möglichkeiten die Provinz di Asti, das Monferrato mit seinen Weingebieten und auch die nahen Städten wie z. B. Torino zu besuchen.©VC